Die Männerfrisuren der 80er: Fortschritt oder Ausrutscher?

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Die Luftgitarre
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Beitrag von Die Luftgitarre »

Es geht um den Kampf der Giganten: 70er- gegen 80er-Frisuren, Teil I: Männerfrisuren (Teil II: Frauenfrisuren folg im nächsten Thread)

[Hintergrund dieses Thread ist, daß ich in puncto Mode nicht so uneingeschränkt 80er-Fan bin, wie bei Misuk und Kino]

Thesen zur Diskussion

- Grundsätzlich ein Fortschritt war erstmal, daß man von angeklatschten Pony und "fiesen Scheiteln" wegkam und die Haare vorne über der Stirn mit Fön, Bürste oder Gel irgendwie dynamisch zu frisieren versuchte.

- Die konkrete Ausführung lies freilich oft zu wünschen übrig, nicht nur beim "Mann auf der Straße", sondern auch bei manchen in den Medien. Sicher es gab hochveredelte, "fetzig" wirkende Popper-Tollen a la Morton Harket, doch bei vielen wirkte es zu unnatürlich, unfelexibel, "mit Gewalt fest-frisiert". Es scheint viele Frisöre haben damals nicht in raffiniert-individueller Weise MIT, sondern im Zweifelsfall stur GEGEN den natürlichen Haarwuchs ihrer Kunden frisiert. Die Synthese aus Styling und Natürlichkeit gelang meist erst beim Übergang zu den 90ern.

- Bei den HaarSCHNITTEN ist das Bild ebenfalls zwiespältig: Es war sicher ein Fortschritt, daß das Haar an den Seiten nicht mehr so lang gelassen und "Prinz-Eisenherz"-mäßig über die Ohren runtergekämmt, sondern jetzt eher um die Ohren herum geschnitten bzw. gekämmt wurde, und auch der Abschied von den 70er-jahre-Kotletten war gut und richtig (auch wenn ich finde, daß beides seinen eigenen, bizarren Charme gehabt hatte), aber:

- Es war aber eine Überreaktion auf die Backenbärte der 70er, daß nun quasi überhaupt keine Kotletten mehr getragen werden durften. Moderate, dezente Kotletten, schmale Haar- bzw. Bartstreifen, die maximal bis auf die Höhe der Ohrläppchen runtergehen, machen ein Gesicht i. d. R. markanter, strukturierter, schmaler. In den 80ern aber wurde oft alles, was vor den Ohren war, wegrasiert, das sah bei vielen dann mondgesichtig, konfirmanten-mäßig aus; in dieser Hinsicht waren dann eher die 90er der Fortschritt.

- Ein ganz klarer Ausrutscher waren auf jeden Fall die Männer-Langhaarfrisuren der 80er, die Vokuhila-Matten, oft zu allem Übel auch noch dauergewellt. Man wollte sich wohl getreu der Schwiegermutter-Losung "Lange Haare ja, aber gepflegt müssen sie sein" von den oft fettig-strähnig runterhängenden Hippie-Mähnen distanzieren und vom Schnitt her den verwegenen Effekt von langen Haaren mit dem Trage-Komfort von kurzen Haaren kombinieren. Das Ergebnis war lächerlich. Kein Wunder, daß die Langhaarfraktion im Zuge der Grunge-Welle dann doch lieber zum strähnigen Alles-lang-Hippie-Style (ggf. im Zopf) zurückkehrte, bzw. dem Look von Brad Brit in "Interview mit einem Vampir" nacheiferte.
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Babooshka
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Beitrag von Babooshka »

Oh ja, Dauerwellen an Männern, das war die größte 80-er Haar-Modesünde überhaupt! Diese Miniplis... hauptsächlich Männer mit längeren Haaren hatten sie. Ich gestehe, 1985 hatte ich einen Freund, der war auch so ein Dauergewellter - grauenvoll! Ich frage mich heute noch, wie blind ich wohl damals gewesen sein muss, heute würde ich so einen nicht mehr mit dem A angucken!

Ansonsten fand ich die 80-er Herrenfrisurmode eher kreativ. Blonde Spitzen und einen dunklen Ansatz so wie Limahl und Nick Rhodes, die sich den Ansatz tatsächlich extra dunkel färben ließen. Paul Young und Morten Harket. Robert Smith. Die gelackten Frisuren von Spandau Ballet, Paul Weller und Mark Almond. Die Typen von Sigue Sigue Sputnik :) Das alles war mir lieber als die fettigen, ungepflegten Haare der Grunger à la Kurt Cobain, womöglich noch gepaart mit so 'nem albernen Ziegenbart. Ekelhaft! Gegen schöne gepflegte lange Haare an einem Mann, zu dem das passt und der noch genügend davon auf dem Kopf hat für diesen Look, habe ich absolut nichts, ganz im Gegenteil!
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Die Luftgitarre
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Beitrag von Die Luftgitarre »

[quote]Babooshka postete
Ansonsten fand ich die 80-er Herrenfrisurmode eher kreativ. Blonde Spitzen und einen dunklen Ansatz so wie Limahl und Nick Rhodes, die sich den Ansatz tatsächlich extra dunkel färben ließen. Paul Young und Morten Harket. Robert Smith. Die gelackten Frisuren von Spandau Ballet, Paul Weller und Mark Almond. Die Typen von Sigue Sigue Sputnik :) [/quote]Naja, meine Haar-Biographie (um ´mich auf diese Weise dann für Deine ausführliche Frisuren-Chronik im Frauenfrisuren-Thread zu revanchieren) ist schnell erzählt:

- bis 1984 im Grunde der typischen 70er-Jahre-Kinder/Jungen-Haarschnitt (wie gesagt: Jg. ´73): Vorne Pony, an den Seiten halb über die Ohren rüber,

- Ab 1984 dann etwas stufiger und um die Ohren rum geschnitten, mit geföntem Seitenscheitel (auf Feten und Klassenfahrten manchmal auch mit Gel "fetzig" hoch- und zurückgekämmt)

- "kreativer" und experimenteller wurde es dann erst in den 90ern: erst die Grunge-Frisur zum hinter-die-Ohren-klemmen, zeitweise ein langer Pferdeschwanz; dann diese ins Gesicht und über die Ohren gekämmte Britpop-Frisur; einmal auch ein kompletter 12-mm-Haarschnitt; und auch um die hell-blond-gefärbten Haare kam ich nicht herum (sah aus als wäre ich in ´ner Boygroup! LOL)
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moep123
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Beitrag von moep123 »

hat wer paar pics zu den 80iger Jahre frisuren ??
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J.B.
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Beitrag von J.B. »

Geh mal auf www.fiese-scheitel.de :D

Es lohnt sich!

Gruß

J.B.
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Babooshka
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Beitrag von Babooshka »

Naja, auf Fiese Scheitel sind mehr die Haarmodesünden der 70-er vertreten, aber einen Besuch ist die Seite allemal wert. Ablachen garantiert!
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Nevgoniel
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Beitrag von Nevgoniel »

hmm 80er-jahre-frisuren...
meine persönlichen favoriten sind sicherlich frisuren a la robert smtih, allgemein toupierte haare oder eben undercut.. aber bei den meisten leuten, die ich kenne, standen die haare einfach nur irgendwie ab *g hat auch was....
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eduard
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Beitrag von eduard »

Ich habe die Frisuren der Männer geliebt. Sie waren individuell und toll. Heute sieht jeder Mann wie eine Glühbirne aus, leider. Mir gefallen längere Haare total, denn jeder Mensch ist anders und deshalb sieht auch jede Frisur bei jedem Menschen so aus, daß sie zu ihm paßt und das ist gut so. Man sieht heute gar nicht mehr, ob ein Mann Naturwellen hat, denn wenn er eine Glühnbirnenfrisur bekommt, dann ist alles weg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das gilt für alles.


Es ist immer gut, wenn man sich ansieht, dann entdeckt man seinen eigenen Stil und dann sieht man auch hinter die Kulissen. Warum tun alle heute nur so als ob?!!!!!!!!!!!!!

Viele Grüße von Birgit
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bubu
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Beitrag von bubu »

Ich finde auch, dass die 80er-Frisuren auf jeden Fall ein Fortschritt im Vergleich zu den 79er-Jahren war - dem Jahrzehnt, das für mich das dunkle Zeitalter der Mode repräsentiert.

Aber um's mal einfach mit ein paar Bildern zu dokumentieren:

Anfang der 80er sahen ganz fanatische Jungs so aus:

[img]http://www.1980spopicons.com/Galley/Dav ... limahl.jpg[/img]

Die Realität sah aber meist ganz anders aus:
[img]http://trainingnews-online.cedefop.eu.i ... er/80s.jpg[/img]

Das legte sich dann etwas:
[img]http://www.duranduran.plus.com/gallery/ ... /dd_95.jpg[/img]

Dann war es auf einmal 1984/1985 und plötzlich sahen alle Jungs nur noch so aus:
[img]http://www.wildhorse.com/MiamiVice/gall ... 6cal01.jpg[/img]

Da Crocketts Nackenhaare auch immer länger wurden, blieb das natürlich nicht ohne Folgen.

Ein Jahr später, 1986, war aber Schluss damit:
[img]http://ffmedia.ign.com/filmforce/image/top_gun.jpg[/img]

Gegen Ende der 80er durften die Haare dann aber wieder länger werden:
[img]http://whtq.com/images/Hildispic/Axl.jpg[/img]
Zuletzt geändert von bubu am Do Jan 01, 1970 1:00 am, insgesamt 0-mal geändert.
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Babooshka
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Beitrag von Babooshka »

[quote]eduard postete
Ich habe die Frisuren der Männer geliebt. Sie waren individuell und toll. Heute sieht jeder Mann wie eine Glühbirne aus, leider. Mir gefallen längere Haare total, denn jeder Mensch ist anders und deshalb sieht auch jede Frisur bei jedem Menschen so aus, daß sie zu ihm paßt und das ist gut so. Man sieht heute gar nicht mehr, ob ein Mann Naturwellen hat, denn wenn er eine Glühnbirnenfrisur bekommt, dann ist alles weg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das gilt für alles.[/quote]So ungefähr ist es, ja! Ich finde lange oder halblange Haare an einem Mann toll, gerade wenn er Naturwellen hat, das verleiht ihm sowas süßes Weibliches :) Aber Tatsache ist, die meisten Männer tragen ihre Haare "glühbirnenmäßig", weil sie Angst um ihre berufliche Karriere haben! Denn beruflicher Aufstieg ist anscheinend zwingend mit einer Einheits-Haartracht verbunden, sprich, kurz müssen sie sein. Ich hatte vor Jahren mal einen Freund mit schönen gewellten halblangen Haaren. Es hat aller Überredungskunst von mir bedurft, dass er die auch dranließ, denn der junge Herr machte ja gerade Karriere bei jener Firma mit dem großen S... Gottseidank gefielen ihm seine Haare selber gut und kein Vorgesetzter hatte ihm die Empfehlung ausgesprochen, doch Kurzhaar zu tragen.

Ich glaube auch nicht, dass die Männer, die in den 80-ern im Berufsleben standen, sich so stylten wie auf den Fotos - es sei denn, Berufsleben = Musiker, aber da hat sich ja heute auch nichts bei geändert (ist es ein Wunder, dass ich ein Faible für Künstler habe? :)). Dieses Styling auf den Fotos, diese tollen individuellen Frisuren trugen doch fast nur Männer unter 25.
Zuletzt geändert von Babooshka am Do Jan 01, 1970 1:00 am, insgesamt 0-mal geändert.
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