Der Laden liegt in einer etwas düsteren Straße in, ich würde sagen, einer ehemaligen Fabrik. Ich komme gegen 23:30 Uhr hin, viele Leute sitzen im zum Biergarten umfunktionierten Hof, drinnen befinden sich so ziemlich genau 15 Leute, mehr nicht. Na ich hoffe doch, dass sich der Laden mit der Zeit noch füllt. In der Tat, weder Jugendheim noch steril, sondern ein eher kleiner Raum mit Kerzen auf den Tischen und an den Wänden - schon klar, dass hier des öfteren Gothic-Abende steigen. Und so ist auch das Publikum: Ich hatte gedacht, OK, es läuft überwiegend 80s Pop, also wird wohl die damalige Karottenhosenfraktion anwesend sein. Weit gefehlt: der Gothic-Look herrscht eindeutig vor, es gibt zahlreiche sehr hübsche Mädchen im Schneewittchen-Style, teilweise sogar so extrem, dass ich mich frage, ob sie sich auf dem Weg zum KitKat-Club (den Berliner Club mit dem eindeutigen Dresscode) hierher verirrt haben... Auch die Männer sind überwiegend schwarz gewandet. Etwas später trifft mein Begleiter ein, der mit seinen hellen Klamotten ziemlich raussticht
5 Euro für den Getränkebon und dazu relativ günstige Getränkepreise (Cola und andere Softdrinks 1,50 Euro), da kann man nicht meckern. Aufgrund des schönen Wetters trudeln die Leute nur langsam ein, aber so haben wir wenigstens die Tanzfläche für uns. Denn Knochn legt richtig gute Musik auf (und spielt auch tatsächlich fast alles, was ich mir gewünscht habe
Gegen 3 Uhr ertönt plötzlich "Reality", ich muss lachen: Das Stück ist der echte Gag, es passt überhaupt nicht ins Bild, aber natürlich ist es schön. So langsam verlasse ich den Ort, bin mir mit meinem Begleiter einig: das war prima, das hat Spaß gemacht, Knochn hat super Musik aufgelegt! Ich mache mich auf meinen langen Heimweg nach Berlin-Spandau, wirklich am anderen Ende der Stadt, aber so ist das wohl jetzt: sämtliche Clubs sind nunmehr nur noch in Ost-Berlin zu finden. Naja, das nächste Mal ist ja erst in einem Monat, da kann ich mir die lange Fahrt auch mal wieder leisten.