Verfasst: Sa Mär 20, 2004 12:15 am
Christoph:
[quote]An Shriekback:
Herr Reichel hat auf der CD "regenballade" tatsächlich bekannte Gedichte großer Meister vertont. Der Text zu Regenballade ist also nicht von ihm, allerdings ist es auch kein bekannter Wortkünstler gewesen, sondern eine mir unbekannte Ina Seidel.[/quote]Ina Seidel ist ziemlich bewußt vergessen worden. Sie war in den 20er Jahren eine ziemlich bekannte Schriftstellerin, die sich mit sehr myth(olog)ischer Dichtkunst einen Namen machte. Sie beschrieb in glühenden Worten die unverfälschte Natur, zudem zeichnete sie in Romanen wie "Lennacker" ein Frauenbild, das extrem konservativ war. Leider passte das natürlich genau zum Zahn der Zeit und die Nazis nahmen ihre Gedichte und Romane gerne als Aushängeschild für die arische, konservative, christliche und trotzdem "germanische" Frau.
Obwohl Ina Seidel in der Kirche sehr aktiv war (ihr Mann war protestanntischer Pfarrer), fühlte sie sich zu den Nazis hingezogen, da sie in dieser Bewegung die echten deutschen Werte wiederzufinden glaubte.
Sie war selbst sicher keine Nationalsozialistin, aber wegen ihrer konservativen und "rechten" Weltanschauung wurde sie vor allem nach dem Krieg von den Verlagen gemieden. Das ist besonders deshalb schade, weil sie wirklich tolle Gedichte geschrieben hat - wie die "Regenballade" beweist. Heutzutage könnte man sie eher mit den "Wandervögeln" vergleichen, also einer naturverbundenen Bewegung, die sich aber prima von den Nazis vereinnahmen ließ.
Ina Seidel starb 1974 hochbetagt in der Nähe von München. Gegen Ende ihres Lebens wurden einige Romane wieder neu aufgelegt und sie erntete dann doch noch einigen Ruhm.
[quote]An Shriekback:
Herr Reichel hat auf der CD "regenballade" tatsächlich bekannte Gedichte großer Meister vertont. Der Text zu Regenballade ist also nicht von ihm, allerdings ist es auch kein bekannter Wortkünstler gewesen, sondern eine mir unbekannte Ina Seidel.[/quote]Ina Seidel ist ziemlich bewußt vergessen worden. Sie war in den 20er Jahren eine ziemlich bekannte Schriftstellerin, die sich mit sehr myth(olog)ischer Dichtkunst einen Namen machte. Sie beschrieb in glühenden Worten die unverfälschte Natur, zudem zeichnete sie in Romanen wie "Lennacker" ein Frauenbild, das extrem konservativ war. Leider passte das natürlich genau zum Zahn der Zeit und die Nazis nahmen ihre Gedichte und Romane gerne als Aushängeschild für die arische, konservative, christliche und trotzdem "germanische" Frau.
Obwohl Ina Seidel in der Kirche sehr aktiv war (ihr Mann war protestanntischer Pfarrer), fühlte sie sich zu den Nazis hingezogen, da sie in dieser Bewegung die echten deutschen Werte wiederzufinden glaubte.
Sie war selbst sicher keine Nationalsozialistin, aber wegen ihrer konservativen und "rechten" Weltanschauung wurde sie vor allem nach dem Krieg von den Verlagen gemieden. Das ist besonders deshalb schade, weil sie wirklich tolle Gedichte geschrieben hat - wie die "Regenballade" beweist. Heutzutage könnte man sie eher mit den "Wandervögeln" vergleichen, also einer naturverbundenen Bewegung, die sich aber prima von den Nazis vereinnahmen ließ.
Ina Seidel starb 1974 hochbetagt in der Nähe von München. Gegen Ende ihres Lebens wurden einige Romane wieder neu aufgelegt und sie erntete dann doch noch einigen Ruhm.