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Verfasst: Do Dez 19, 2002 1:27 pm
von Shriekback
Hallo!
Ihr kennt das doch sicher, wenn man bei manchen Songs Gänsehaut bekommt und einem kalte Schauer über den Rücken laufen, weil der Text so traurig / melancholisch / ergreifend ist. Welche Lieder sind das bei euch? Postet doch mal die Texte (hoffe auch dadurch ein paar Anregungen zu bekommen, hab nämlich gerade Lust auf genau sowas) oder verlinkt sie.
Sorry, dass ich das ganze nur auf deutsche Lyrics beschränke, aber bei englischen würde sich bestimmt keiner so leicht entscheiden können, die gibt's ja wie Sand am Meer.
Ich mach mal den Anfang:
Purple Schulz / Neue Heimat - Sehnsucht
Regen fällt - kalter Wind - himmelgrau - Frau schlägt Kind.
Keine Nerven und so allein
das Paradies kann das nicht sein.
Männer kommen müd' nach Haus' - kalte Seele - fliegt hinaus.
Kind muß weinen
Kind muß schrei'n
schrei'n macht müde
und Kind schläft ein.
Ich hab' Heimweh - Fernweh? - Sehnsucht. Ich weiß nicht
was es ist.
Keine Sterne in der Nacht
kleines Kind ist aufgewacht.
Kind fragt
wo die Sterne sind. Ach
was weiß denn ich
mein Kind?
Ist der große Schwefelmond eigentlich von wem bewohnt?
Warum ist der Himmel leer? Ist da oben keiner mehr?
Ich hab' Sehnsucht
ich will nur weg
ganz weit weg! Ich will raus! (Spätestens da steht mir das Wasser in den Augen - Anm. der Red.
)
Warum hast du mich gebor'n? Bevor ich da war
war ich schon verlor'n.
Land der Henker
Niemandsland
das Paradies ist abgebrannt.
Ich hab' Heimweh - Fernweh? - Sehnsucht. Ich weiß nicht
was es ist.
Ich will nur weg
ganz weit weg! Ich will raus!
Silly - Über ihr taute das Eis
Zwei Finger dick war noch Eis auf dem See
Sie stand am Ufer und fror schon nicht mehr
Redete leis mit den schlafenden Fischen
Und zauberte sich eine Brücke her
Und ging über ihre Brücke so leicht
Und flüsterte: Tu mir bitte nicht weh
Und sank in unendlich weiche Arme
Zwei Finger dick brach das Eis auf'm See
Erfroren zwischen den Menschen
Wurde ihr wieder so heiß
Als sie hinab zu den Fischen sank
Und über ihr taute das Eis
Sie suchten nach ihr mit Stange und Netz
Sie schleiften Anker über den Grund
Und zogen ein totes Stück Mensch aus'm See
Bestaunten noch ihren lächelnden Mund
Und hakten sie ab und gruben sie ein
Die Ordnung war wieder hergestellt
Wo kommen wir hin, wenn die Leute lächeln
Hinter den Grenzen unserer Welt!
Über ihr taute das Eis
Über ihr taute das Eis
Zwei Finger dick ist noch Eis auf dem See
Ich steh am Ufer und frier schon nicht mehr
wozu red ich leis mit schlafenden Fischen
Und wünsche mir eine Brücke her
Über ihr taute das Eis
Über ihr taute das Eis
Erfroren zwischen den Menschen
Wurde ihr wieder so heiß
Als sie hinab zu den Fischen sank
Und über ihr taute das Eis
Über ihr taute das Eis
Über ihr taute das Eis
So, ich hoffe, es folgen noch etliche.
Viele Grüße,
Shriekback
Verfasst: Do Dez 19, 2002 1:54 pm
von J.B.
Schönes Thema
Da leg ich doch gleich Mal nach. Hier zwei Texte von meiner erklärten deutschen Lieblingsgruppe
Illegal 2001.
Zunächst
Sei mein Freund
Manchmal bin ich etwas angestrengt vom Leben,
wenn alles etwas leichter wär,ich hätte nichts dagegen.
Was man auch tut,es geht meistens daneben.
Man ist viel zu beschäftigt mit überleben.
Alles was man machen kann,ist zu hoffen ein Leben lang,
einen Freund zu finden,der zu dir hält,
ist alles was zählt auf dieser Welt,das ist alles was zählt.
Manchmal lauf ich stundenlang durch die Stadt,
ich habe die Jagd nach Glück,ich hab sie so satt.
Man fängt immer von vorne an,und endet irgendwo,
wo man nichts mehr,wo man nichts mehr sagen kann.
Alles was ich wirklich will,ist zu weit weg und hält nicht still.
Jemand den man ohne irgendwas aufzugeben einfach lieben kann.
Sei mein Freund,mach mir Mut,sag es wird alles wieder gut.
Sei mein Freund,sag mir,es ist alles nicht so schlimm,
wir kriegen das schon wieder hin.
Manchmal schließe ich die Augen,und bin allein.
Dann seh ich viele Dinge,heh,die könnten Wahrheit sein.
Doch die Realität ist schnell,schnell und gemein,
sie holt mich immer wieder ein.
Das Leben ist manchmal hart,blutige Kämpfe und mieser Verrat.
Dann braucht man jemand dem man sich anvertrauen kann,
dem man in die Augen schauen kan.n
Sei mein Freund...
****************
Und dann noch
Du fehlst mir so:
Ich komme nach Hause
im Morgenrot
die Vögel sie singen
ich hör das Lied vom Tod
es war wieder so ´ne Nacht
von Montag auf Freitag
ich hab nicht einmal gelacht
obwohl ich wirklich viel getrunken hab.
Ich steh vor der Haustür
doch ich komm´ nicht rein,
ich hab den Schlüssel verlor´n
ich schlag das Fenster ein.
Seit Du nicht mehr da bist
leb ich wirklich extrem
ich weiß es ist unmöglich
doch ich will Dich wiederseh´n
Uh, Du fehlst mir so
und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst
Du läßt mich im Stich
Du bist einfach gegangen
Du hast mich nicht ´mal gefragt
ob ich ohne Dich hier leben kann
jetzt schau ich zum Himmel
und hoffe das Du mich siehst
auch wenn die Wolken dunkel sind
spürst wie sehr ich Dich lieb
Ich vermisse Dein Lachen
Du warst mein Sonnenschein
auch wenn die Tage trübe war´n
brachtest Du Licht hinein
alles war wie ein Traum
mit Dir war alles so schön
ich werd´ Dich für immer lieben
auch wenn wir uns niemals wiederseh´n
Uh, Du fehlst mir so
und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst
Alles war wie ein Traum
mit Dir war alles wunderschön
plötzlich bist Du nicht mehr da
wie soll ich damit bloß umgehn
ich schrei es raus
kannst Du mich hör´n
kannst Du meine Sehnsucht spür´n
kannst Du sie spür´n?
Für mich lebst Du weiter
in der Erinnerung
für mich bist Du unsterblich
wunderschön und ewig jung
trotzdem ist alles trostlos
ich fühl mich einsam und leer
ich glaub ich nehm den nächsten Zug und fahr´ Dir einfach hinterher
doch das kann ich nicht machen
denn wer aufgibt ist feige
das hast Du immer zu mir gesagt
ist wohl besser wenn ich bleibe
wär ja auch schade
die Welt ist schließlich ganz schön
und im nächsten Leben
das weiß ich genau
werden wir uns wiederseh´n
Uh, Du fehlst mir so
und ich hoffe, daß Du das da oben spürst
Uh, ich wünsch mir so, daß Du mich einmal im Schlaf berührst
Es gibt für mich kaum einen deutschen Text der an diese beiden herankommt, was den Gänsehautfaktor angeht, vor allem wenn man noch die entsprechenden Lieder dazu hört.
Gruß
J.B.
Verfasst: Do Dez 19, 2002 2:18 pm
von bamalama
ich möchte allen die wunderschönen alben von JULIANE WERDING an´s herz legen. wer von ihr nur songs wie "AM TAG, ALS CONNY KRAMER STARB", "WENN DU DENKST, DU DENKST...", "STIMMEN IM WIND" oder "NACHT VOLL SCHATTEN" kennt, wird überrascht sein: "anspruchsvolle" texte gepaart mit wirklich tollen melodien. die 3 letzten alben "LAND DER LANGSAMEN ZEIT" (1997), "SIE" (1998) und "ES GIBT KEIN ZURÜCK" (2000) sind besonders zu empfehlen.
NIEMAND, DEN DU LIEBST, IST TOT (1997)
oui je t'aime - der Himmel ist rot
niemand, den du liebst, ist tot
oui je t'aime - der Himmel versteht
jeder, der geliebt wird, lebt
zuerst wußte ich nicht
wo ich war und ein Licht
zog mich hoch in fremde Sphären
alle Angst ging vorbei und ich fühlte mich frei
und ich ließ das Licht gewähren
oui je t'aime - der Himmel sind wir
alle, die Du liebst sind hier
oui je t'aime - der Himmel ist rot
niemand, den Du liebst, ist tot
ich geh niemals verlor'n
ich werd wiedergebor'n
in das nächste meiner Leben
wir begegnen uns neu
und wir lernen dabei
zu vergeben und zu lieben
oui je t'aime, oui je t'aime, oui je t'aime
der Himmel ist wahr
alle, die Du liebst sind da
oui je t'aime - der Himmel versteht
jeder, der geliebt wird, lebt
Verfasst: Do Dez 19, 2002 3:06 pm
von Sven Ho
Ich mach mit, muss aber bissel Off-Topic werden:
Chris de Burgh
The Head and the Heart
(Man on the Line, 1984)
Let us talk no more, let us go to sleep,
Let the rain fall on the window pane,
And fill the castle keep,
I am weary now, weary to my bones,
Weary from the travelling,
And the endless country roads,
That brought us here tonight, for this weekend,
And a chance to work it out,
For we cannot live together, and we cannot live apart,
It's the classical dilemma between the head and the heart;
She is sleeping now, softly in the night,
And in my heart of darkness she has been the only light,
I am lost in love, looking at her face,
And still I hear the voice of reason,
Telling me to chase these dreams away,
Oh here we go again, we're divided from the start,
For we cannot live together, and we cannot live apart,
It's the classical dilemma between the head and the heart,
The head and the heart;
Now the dawn begins, and still I cannot sleep,
My head is spinning round but now the way is clear to me,
There is nothing left, nothing left to show,
The jury and the judge will see, it's time to let her go,
Now hear the heart:
I believe that time will show,
She will always be a part of my world,
I don't want to see her go;
So I plead my case to hear the heart,
And stay...
It's time to let her go - I don't want to let her go...
It's time to let her go - I don't want to let her go...
It's time to let her go...
And in this classical dilemma,
I'm fightin' for - the heart.
Ich bin heute morgen mit dem Lied im Kopf aufgewacht und hab mir gedacht: Das hast du doch schon 5 Jahre nicht mehr gehört. Dann hab ich die (sehr empfehlenswerte!!!) Live-Version, die als 2. Track auf der CD-Maxi von "Sailing away" drauf ist, angeschmissen und muss zugeben, dass mir die Tränen liefen.
Hach, CdB ist schon so ein Schnulzkopp ... aber ich mag ihn (seit etwwa 15 Jahren). Wer von euch den auch mag (und auf Gänsehaut-Texte steht), dem seien die Songs "The Girl with April in her Eyes" und "The Tower" empfohlen!
Sven
Verfasst: Do Dez 19, 2002 3:44 pm
von Zapp8787
Hallo!!!
Alexandra hat fast nur traurige Lieder gesungen, denn ihre Stimme klingt melancholisch und die Texte ebenfalls. Ein paar dieser Lieder sind:
-Mein Freund der Baum
-Zigeunerjunge
-Tanz, alter Tanzbär
-Illusionen
-Es war einmal ein Fischer
by Zapp
Verfasst: Do Dez 19, 2002 4:32 pm
von Christoph
Eigentlich nicht traurig, aberauf jeden Fall schauderhaft ist "das würfelspiel" von Juliane Werding. Wenn man sich die Story auf einem etwas verlassenem Kleinstadtbahnhof vorstellt, dann hat die Geschichte schon was...
Na und auf jeden Fall hier von mir Johnny Hill "ruf teddybär eins vier". Da komme ich schon ins Nachdenken...:
Ich war seit fast acht Stunden schon auf der Autobahn –
war ganz kurz vor meinem Ziel - und hielt mich mächtig ran
die Sonne die stand schon sehr tief - als ich zur Ausfahrt kam
der Diesel drönte neben mir - mein Funkgerät war an
als daraus die Stimme eines kleinen Jungen kam
Er sagte nur : Kanal 14 ist hier irgend wär
Wenn, dann ruf mich doch zurück - und sprich mit Teddybär
Bis zur Stadt wars nicht mehr weit - ich kam ganz gut voran
Nahm das Micro in die Hand und sagte ganz spontan
Hey ich rufe Teddybär - wo ist der junge Mann
Ich bin auf deiner Welle - kannst du mich verstehn
Es wurde still auf dem Kanal - ich wollt schon weiterdrehn
Da fragte mich der Junge - Fahrer bist du auch noch dran
Ich sagte ja, da fing er mir zu erzählen an.
Jeden Tag von früh bis spät schalte ich den Kasten ein
Sitz im Rollstuhl kann nicht geh`n - und bin hier ganz allein
Und meine Mutter arbeitet. Sie sagt : das muss so sein
Denn Daddy starb vor einem Jahr auf dieser Autobahn
Er war ein Fahrer so wie du - bist er dann nicht mehr kam
Sie sagt mir oft wir schaffen es - und tut als wenn nichts wär
Doch jede Nacht hör ich sie weinen. Ich weiß sie hat`s sehr schwer
Und während er so redete - da fiel es mir doch auf -
kein anderer war zur dieser Zeit auf Kanal 14 drauf
Er sagte: Dieses Funkgerät von Daddy gehört jetzt mir
Es ist der schönste Zeitvertreib mit einen so wie dir
Auch Daddy sprach von unterwegs, mit mir genauso wie jetzt du
Und eines Tages sagte er, mein Junge hör mir zu
Einmal dann nehme ich dich mit raus, doch leider wurde nichts mehr draus
Ich hörte die Enttäuschung die aus diesen Worten klang
Ich war längst stehngeblieben, das packte mich doch an
All das ging mir zu Herzen, ich pfiff auf Job und Zeit
Denn alle konnten warten, nur dieser Junge nicht, tut mir leid
Ich sagte Teddybär wo wohnst du wo liegt deine Station
Was ich zu tun hatte das wusste ich längst schon
Nur dieser kleine Funker der ahnte nichts davon
Er gab mir die Adresse sagte: Lebe wohl und irgendwann vielleicht
Bist du wieder hier dann wär es schön wenn mir dein Ruf erreicht
Dann war es still und ich gab Gas mit achtzig in die Stadt
Die letzte Kurve ich war da, ich glaubte nicht was ich da sah
Da standen 18 LKW`s, ich war den Tränen nah
Sie hatten alles mitgehört und fuhren hin und her
Ja einer nach den andern fuhr eine Runde mit Teddybär
18 mal die Straße runter und 18 mal auch rauf
ich war ganz als letzter dran und trug ihn auch wieder hinauf
ich hab noch nie ein Kind gesehn das so restlos glücklich war
und seine Augen strahlten es war einfach wunderbar
Er sagte: Fahrer glaube mir das war eine Schau
Ich weiß dich wieder einmal ein, das weiß ich ganz genau
Und er hielt meine Hand die ganze Zeit schon
Ich schluchzte und sagte: ist schon gut mein Sohn
Dann fuhr ich los und mein Gerät das war noch auf Empfang
Als auf einmal die Stimme einer Frau erklang
Sie sagte und man merkte es das sprechen fiel ihr schwer
Hier ist der Kabal 14, hier spricht Mutter Teddybär
Den schönsten Tag in seinen Leben habt ihr meinem Kind gegeben
Niemals mehr kann ich vergessen wie ihr zu meinen Jungen wart
Ich danke euch - und allzeit gute Fahrt.
Verfasst: Do Dez 19, 2002 10:34 pm
von Kinderfresser
also ich hab da zwei songs.
1. "Junimond" von Rio Reiser
Die Welt schaut
rauf zu meinem Fenster
Mit müden Augen, ganz staubig und scheu
Ich bin hier oben auf meiner Wolke
Ich seh dich kommen
Aber du gehst vorbei
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
Nee, jetzt tut’s nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm
Und kein Sturm kommt auf
Wenn ich dich seh
Es ist vorbei, bye-bye Junimond
Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
Zweitausend Stunden hab ich gewartet
Ich hab sie alle gezählt und verflucht
Ich hab getrunken, geraucht und gebetet
Hab dich flussauf- und flussabwärts gesucht
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
Jetzt tut’s nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm
Und kein Sturm kommt auf
Wenn ich dich seh
Es ist vorbei, bye-bye Junimond
Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
Jetzt tut’s nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm
Und kein Sturm kommt auf
Wenn ich dich seh
Es ist vorbei, bye-bye Junimond
Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
Es ist vorbei, bye-bye Junimond
Es ist vorbei, es ist vorbei, bye-bye
2. "Karl der Käfer" von Gänsehaut
Tief im Wald, zwischen Moos & Farn,
Da lebte der Kaefer mit Namen Karl.
Sein Leben wurde jaeh gestoert,
Als er ein dumpfes Grollen hoert:
Laermende Maschinen ueberrollen den Wald,
Uebertoenen den Gesang der Voegel schon bald.
Mit scharfer Axt faellt man Baum um Baum,
Zerstoert damit seinen Lebensraum.
Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
Man hat ihn einfach fortgejagt.
Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
Man hat ihn einfach fortgejagt.
Ein Band aus Asphalt breitet sich aus,
Fordert die Natur zum Rueckzug auf.
Eine Blume, die noch am Wegesrand steht,
Wird einfach zugeteert.
Karl ist schon laengst nicht mehr hier.
Einen Platz fuer Tiere gibt's da nicht mehr.
Dort, wo Karl einmal zuhause war,
Fahr'n jetzt Kaefer aus Blech und Stahl.
Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
Man hat ihn einfach fortgejagt.
Karl der Kaefer wurde nicht gefragt,
Man hat ihn einfach fortgejagt.
Verfasst: Do Dez 19, 2002 11:15 pm
von Veja
Also, zuerst mal die Regenballade von Achim Reichel, weil man sich da alles so richtig vorstellen kann, den Weg durch den Wald bei Regen, zum Wasser hin, dann der alte Mann... Das Lied hat einfach eine ganz besondere Athmosphäre, einfach unbeschreiblich, das beste Lied, was Achim Reichel je hatte...
Achim Reichel - Regenballade (1978)
Ich kam von meinem Wege ab, weil es so nebeldunstig war. Der Wald war feucht kalt wie ein Grab, Und Finger griffen in mein Haar.
Ein Vogel rief so hoch und hohl wie wenn ein Kind im Schlummer klagt-
und ich stand still - ich wußte wohl, was man von diesem Walde sagt!
Dann setz ich wieder Bein vor Bein und komme so gemach vom Fleck,
und Quutsch im letzten Abendschein schwer vorwärts durch Morast und Dreck.
Es nebelte es nieselte es roch nach Schlamm verfault und Naß, es raschelte es rieselte und kroch und sprang im hohen Gras
Auf einmal eh ich michs verseh, bin ich am Strom, im Wasser schier.
Am Rand bleib ich erschrocken stehn, fast netzt die Flut die Sohle mir.
Das Röhricht zieht sich bis zum Tann und wiegt und wogt soweit man blickt,
und flüstert böse ab und an wenn es im feuchten Windhauch nickt.
Da saß ein Kerl! Weiß Gott mein Herz, stand still als ich ihn sitzen sah!
Ich sah ihn nur von hinterwärts und er saß klein und ruhig da,
saß in der Nebeldämmerung, die Angelrute ausgestreckt,
als ob ein toter Weidenstrung den dürren Ast gespenstisch reckt.
"He, Alter!" ruf ich "Beißt es gut?" Und sieh der Baumstamm dreht sich um
und wackelt mit dem runden Hut und grinst mit spitzen Zähnen stumm.
Und spricht, doch nicht nach Landesart, wie Enten schnattern, schnell und breit
kommts aus dem algengrünen Bart: "Wenns regnet hab ich gute Zeit"
"So scheint es, sag ich, und ich schau in seinen Bottich neben ihm.
Da wimmelt´s blank und silbergrau und müht sich mit zerfetzten Kiem.
Aale die Flosse zart wie flaum, glotzäugig Karpfen mittendrin-
Ich traue meinen Augen kaum! - Wälzt eine Natter sich darin.
"Ein seltnes Fischlein, alter Traun!" Da springt der Frosch behend empor:
"Die Knorpel sind so gut zu kau´n!" Schnattert er listig mir ins Ohr.
"Gewiß seid Ihr zur Nacht mein Gast, Wo wollt ihr heute auch noch hin?
Nur zu den Bottich angefasst, genug ist für uns beide drin!"
Und richtig watschelt er vorrauf, patsch patsch, den Uferrand entlang.
Und wie im Traume heb ich auf und schleppe hinterdrein den Fang.
Und krieche durch den Weidenhag, der eng den Rasenhang umschmiegt,
wo, tief verborgen selbst am Tag, die schilfgebaute Hütte liegt.
Da drinnen ist nicht Stuhl nicht Tisch, der alte sitzt am Boden platt,
es riecht nach Aas und totem Fisch - ich werd vom bloßem Atmen satt.
Er aber greift frisch in den Topf und frißt de Fische kalt und roh.
Packt sie beim Schwanz, beißt ab den Kopf und knirscht und schmatzt im Dunkeln froh.
"Ihr eßt ja nicht, das ist nicht recht!" Die Schwimmhand klatscht mich fett aufs Knie.
"Ihr seid vom trockenen Geschlecht, ich weiß, die Kerle essen nie.
Ihr seid bekümmert, sprecht doch aus, womit ich Euch erfreuen kann?"
"Ja," klapp´re ich, "ich will nach Haus aus dem verfluchten Schnatermann!"
Da hebt der Kerl ein Lachen an, es klang nicht gut, mir wurde kalt.
"Was wißt denn Ihr vom Schnatermann" "ja," sag ich stur, "so heißt der Wald.
"So heißt der Wald?" Nun geht es los, er grinst mich grün und phosphorn an:
"Du dürrer Narr, was weißt du bloß, vom Schnater, Schnater, Schnatermann?!"
Und schnater - schnater klitsch und klatsch, der Regen peitscht ir ins Gesicht.
Quatsch durch den Sumpf, hoch spritzt der Matsch, ein Stiefel fehlt, ich achte es nicht.
Und schnater - schnater, um mich her und Enten-Unken-Froschgetön
Möwengelächter irr und leer und tief ein hohles Windgestön...
Strophe pfeifen
Des anderen Tags saß ich alein nicht weit vom prasselnden Kamin
und ließ mein schwer gekränkt Gebein, wohlig vom heißen Grog durchziehn.
Wie golden war der Trank, wie klar, Wie edel war sein starker Duft!
Ich blickte nach dem Wald, es war noch sehr viel Regen in der Luft.
Ebenfalls sehr gut gefällt mir der Text von Bataillon d`Amour, von der Gruppe Silly, vor einigen Jahren neu aufgenommen von Joachim Witt.
Silly - Bataillon d'Amour
Wie weiße Tücher schwimmt der Nebel
Durch die kalte Stadt
Er macht die Pflastersteine nass
Die Straßen glänzen glatt
Aus meinem Hausflur fällt
Ein gelber Fetzen Licht
Der holt mir aus der Dunkelheit
Ein blasses Kindsgesicht
Ich denk das Mädel kennst du doch
Die ist kaum 13 Jahr
Und flieht schon in die Dämmerung
Und hat schon Nacht im Haar
Bataillon d'Amour
Bataillon d'Amour
Zwei schmale Jungenhände
Streicheln ihre Brust
Ich geh vorbei mich streift
Ein warmer Hauch der Lust
Und auf der nassen Haut der Straße
Da berührn
Sich ihre Schatten lautlos
Und verführn
Verführn sich in die Liebe
Wie in ein Labyrinth
Wir können uns nicht wehren
Wenn's einfach nur beginnt
Bataillon d'Amour
Bataillon d'Amour
Verfasst: Fr Dez 20, 2002 7:25 am
von Sven Ho
HUIIIIII, wir sind mitten in den 70s! Ein geiles Jahrzehnt für schonungs- und rücksichtslos dramatische Texte.
[quote]Christoph postete
Eigentlich nicht traurig, aberauf jeden Fall schauderhaft ist "das würfelspiel" von Juliane Werding. Wenn man sich die Story auf einem etwas verlassenem Kleinstadtbahnhof vorstellt, dann hat die Geschichte schon was...
Na und auf jeden Fall hier von mir Johnny Hill "ruf teddybär eins vier". Da komme ich schon ins Nachdenken...:
Ich war seit fast acht Stunden schon auf der Autobahn –
war ganz kurz vor meinem Ziel - und hielt mich mächtig ran
...[/quote]Ja, daran kann ich mich erinnern: "Johnny Hill bespricht seine eigenen Platten" (im Wortsinne): Mann, das war so ein richtiges Tränendrüsen-Schlagerchen. Genau wie:
Rocky
(Frank Farian)
Ich weiß noch als ich 18 war
Da kam sie hier vorbei.
Schmale Schultern, dunkles Haar
Und Augen voller Scheu.
Und bis wir beide Freunde wurden,
Ja das dauerte ziemlich lang.
Wir haben manche Nacht geredet,
Bis der Morgen kam.
Sie sagte:”Rocky, ich habe noch niemals geliebt.
Ich weiß nicht ob ich das bringe.
Denn es gehört doch mehr dazu
Als ein Flirt und ein paar Ringe.”
Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
Es wird schon irgendwie gehn.
Denn wenn Du mir ein wenig hilfst
Ist Liebe kein Problem.”
Wir suchten uns ein Zimmer
Und wir richteten uns ein.
Wir schliefen auf dem Boden
Und wir tranken roten Wein.
Waren glücklich und verrückt,
So wie Verliebte sind.
Bis wir eines Tages merkten,
Sie bekommt ein Kind.
Sie sagte:”Rocky, ich hab noch nie ein Kind bekommen,
Ich will es Dir gern geben.
Und damit ist die Zeit der Träume
Vorbei in unserem Leben.”
Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
Es wird schon irgendwie gehn.
Ich helf Dir doch, so gut ich kann.
Du schaffst es, Du wirst sehn.”
Sie schenkte mir ein Mädchen,
Ich war mächtig stolz auf sie.
Wir stritten und versöhnten uns,
Die Zeit war schön wie nie.
Wenn es auch mal schwiereig war,
Es gab immer einen Weg.
Bis ich dann die Wahrheit sah,
Daß sie nicht mehr lange lebt.
Sie sagte:”Rocky, ich habe solche Angst zu sterben,
Ich weiß nicht, was dann noch kommt.
Gibt es einen neuen Morgen,
In einer anderen Welt?”
Nun sind wir allein,
Das kleine Mädchen ist bei mir.
Manchmal muß ich weinen,
Viel zu ähnlich sieht sie ihr.
Doch wenn ich ganz verzweifelt bin,
Dann nimmt sie meine Hand
Und schaut mich mit großen Augen an.
Und sie sagt:”Rocky, ich war doch noch niemals allein.
Ich weiß so wenig vom Leben.
Ich bin ja noch so klein
Und kann Dir nicht mehr als Liebe geben.”
Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
Es wird schon irgendwie gehn.
Denn wenn Du mir ein wenig hilfst,
Werd ich es überstehn.”
Sie sagte:”Rocky, ich war doch noch niemals allein.
Ich weiß nicht, ob ich das bringe.
Ich brauch Deine Augen
Und Deine Hand und Deine Stimme.”
Ich sagte:”Kopf hoch Baby, lehn’ Dich an mich,
Es wird schon irgendwie gehn.”
Verfasst: Fr Dez 20, 2002 9:24 am
von Safarit
Super-Thread!!!
Teddybär und Purple Schulz sind auch bei mir ganz oben.
Bei Juliane Werding läuft mir zwar auch ein Schauer über den Rücken,
aber das liegt wohl daran, dass ich sie nicht so mag bzw. früher
ü-ber-haupt nicht mochte!

Gebe aber zu, dass, wenn ich heute mal durchs Radio zappe, ich
mir die Lieder sogar "antue", weil die mich so an die 80er erinnern.
(Tschuldigung bamalama...)
So richtig will mir aber keiner einfallen...
Evtl. die hier:
Nächte über Eis - Felix de Luxe
Nächte übers Eis
Die Löcher in den roten Strümpfen,
machten mir das Herz verrpckt.
Das silbergraue Krachen Eis,
unter dem,weissen See aus Glück.
Das Kissen kühl,das Laken warm &
die blauen Lippen heiss.
Man sprach von wilden Tieren hier,
die liefen nächtelang im Kreis.
Wir liefen Nächte übers Eis
& uns war soo kalt.
Auf deine weisse Haut schien Licht,
ich denk mir nur,du hast zuviel gelacht.
Du dachtest,es gibt viel zu sehen,
doch Blinde haben immer Nacht.
Ich wusste,deine Wölfe sterben jung,
& kein Bettler zahlt deinen Preis.
Es war ein Jahr ein Winter lang,
wir hatten Nächte übers Eis.
und wir liefen die Nächte übers Eis,
& uns war sooo kalt.
Wir rannten die Nächte übers Eis,
wir tanzten die Nächte übers Eis,
bis das Eis zerbrach......
Quelle:
www.songtext.net
Ansonsten noch:
Herbert Grönemeyer - Musik, nur wenn sie laut ist
Peter Maffay - Es war Sommer
Marius Müller-W. - Freiheit
Rio Reiser - Für Dich
BAP-Verdamp lang her und Kristallnacht
Das sollte erstmal reichen.
Mir fallen aber bestimmt noch welche ein...
