Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre solo und war und bin damit mal mehr und mal weniger zufrieden. Anfangs fand ich das natürlich gar nicht toll. Die gewohnte, engste Bezugsperson ist eben weg und man muss plötzlich alles mit sich allein ausmachen was man früher gemeinsam besprochen oder getan hätte. Da gings mir lange dreckig. Irgendwann habe ich mich dann auch mal in ein paar Online-Singlebörsen angemeldet. Und ich muss sagen.... ich bin erschrocken wie das immer noch läuft. Die Foren der Portale strotzten vor jammernden Männern und es ist auch wirklich so: Frauen melden sich von alleine eh nie und die Beziehungsanbahnung läuft im Prinzip nach Mustern wie zu Kaisers Zeiten. Soviel zur emanzipierten Frau
Es ist wie vor hundert Jahren, der Mann muss alles machen. Und da wohl die meisten Männer nach dem Gießkannenprinzip vorgehen und völlig wahllos das immer gleiche Süßholzgeraspel an 100 Damen am Tag schicken, säuft die Damenwelt in vollen Posteingängen ab. Wenn man nicht gerade Quasimodos Profilfoto hat, fällts bei ein wenig Individualität und gefälliger Schreibe zwar nicht schwer aus diesem Einheitsbrei rauszustechen und auf erfreute Resonanz zu stoßen, doch spürt man schon deutlich wie die Damen es genießen so im vermeintlichen Ansturm der Interessenten zu schwimmen. Zwar strotzen die Meckerforen dann neben den unoriginellen Kerlen und denen mit Schreibschwäche ebenso vor Damen, die sich über Männer aufregen die nach anfänglichem Gesäusel schnell das Interesse verlieren (bevorzugt nach dem ersten Popp-Date, komisch), aber die Masche die dahinter steckt scheinen sie nicht zu schnallen. Immerhin das ist im Gegensatz zu den Hundertschaften die jede Dame beackern (ist mir auf der Straße oder in Bars/Cafes so jetzt noch nicht aufgefallen) eine Parallele zum "echten Leben": Arschlöcher kommen an und es gibt Frauen, die geraten aber auch wirklich iiiiiiimmer an die Falschen.
Das Ende vom Lied: Die meisten Frauen in Singlebörsen sind vom Leben anscheinend noch mehr geschädigt und haben noch mehr "Knackse" angesammelt als der Durchschnittsmensch. Viele scheinen auch ein Aufmerksamkeits-Defizit zu haben, da sich unheimlich gerne direkt erstmal ausgeheult wird. Was soll n' das? Ich bin ja der Letzte der kein offenes Ohr für Sorgen und Nöte hat, aber doch nicht zum Kennen lernen! Die Möglichkeit sich in kürzester Zeit einen umfasssenden Überblick über Singles in seiner Umgebung zu verschaffen und direkt in Kontakt treten zu können hat zwar ihren Reiz. Doch in der Praxis überkommt einen doch recht bald das Grausen (s.o.). Vier Damen habe ich aus Single-Börsen dann allerdings immerhin sogar mal getroffen. Mit einer bin ich nun befreundet, die anderen habe ich "in echt" nicht wiedererkannt - ein Phänomen über das sich sonst anscheinend nur Frauen bei Männern beschweren. Vielleicht schweigen die Gentlemen auch normalerweise einfach um mit ihrem Date wenigstens noch ein bisschen angeben zu können...
Wie dem auch sei: Irgendwann war ich von dem Kram so genervt, fand die Ansprache in einer Singlebörse dermaßen plump (es ist einfach alles viel zu offensichtlich, es gibt ja prinzipbedingt auch ohne es zu schreiben gar keine Möglichkeit nicht sofort zu outen worum es eigentlich geht) und fand vor allem diesen mittelalterlichen Balztanz von hunderten Kerlen um eine Frau in Zeiten der Emanzipation so dämlich, dass ich es nun bevorzuge einfach nur weiter mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auf den Zufall zu warten bzw. ihn herbeizuführen (ihr kennt das ja, man rempelt schonmal jemanden um oder verschüttet Getränke
Soweit mal mein Resümee... ich könnte mir ja vorstellen, dass es einigen Artgenossen mit ihren Erfahrungen nicht viel anders ergangen ist.
PM