Wie ich von vielen Seiten hörte und selber schon am eigenen Leibe erfahren durfte: Die Telekom ist ein überaus uneffizienter Laden. Sollte hier irgendein Telekom-Mitarbeiter mitlesen: Bitte dringend was ändern! Leider sind wir auf dieses Monopol angewiesen, wenn es darum geht, uns Telefonanschlüsse legen zu lassen oder wenn wir uns gar erkühnen, DSL von T-Online zu wünschen.
Meine erste prägende Erfahrung mit der Telekom machte ich vor 5 Jahren, als mein Mitbewohner aus Kanada bei mir einzog. Er beabsichtigte, für seine Firma in Kanada zu teleworken und benötigte dafür einen unbegrenzten Internetzugang. Ob es denn in Deutschland Kabelmodems gäbe, die über die Fernsehantenne funktionierten, fragte er. Hm, Kabelmodems? Nie gehört, aber das gibt's bestimmt. Ich mich also erkundigt: Nee, es gibt keine Kabelmodems in Deutschland, zumindest nicht flächendeckend wie in anderen europäischen Ländern. Also gingen wir in den nächsten Telekom-Laden und ließen uns beraten. Ja, sagte man uns, da gäbe es jetzt so eine ganz neue Technologie für einen ständigen Internetanschluss, die hieß T-DSL, wäre gekoppelt mit einem ISDN-Anschluss und man könnte zwischen der, der und der Option wählen. Gut, Mitbewohner wählte, man machte einen Termin aus, an dem die Techniker erscheinen sollten, die nette Mitarbeiterin tippte die Adresse in den Computer, wobei ich ihr mehrmals einschärfte "Sie müssen meinen Nachnamen eingeben, hören Sie. An der Klingel steht nur MEIN Name, nicht der vom Mitbewohner. Also bitte bei Babooshkasnachname klingeln! Haben Sie das auch wirklich eingegeben?" Ja, das hatte sie brav getan, wie ich sehen konnte, wir bedankten uns, gingen und warteten auf den Tag, an dem die Telekom-Techniker vorbeikommen sollten.
Der Tag kam, ich arbeitete gerade bei einem Kunden vor Ort, Mitbewohner wartete zu Hause. Und wartete. Und wartete. Wie immer bei solchen Sachen bekommt man natürlich keine Uhrzeit gesagt, nur irgendwas zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends. Jedenfalls, Mitbewohner wartete vergeblich. Am nächsten Tag rief ich also bei der Telekom an, bekam ein paarmal "da sind Sie bei mir falsch, rufen Sie mal dieunddie Nummer an" zu hören und landete schließlich beim Techniker. "Ja, mir warn gestern fei scho da in der Dingsdastraße Nummer 2. Aber da wohnt fei ka Mitbewohnernachname."
ARRRRRRRGHHHHHHH!
Ich ihm also lang und breit erklärt, sie hätten doch bei Babooshkasnachname klingeln sollen, das sei doch extra vermerkt gewesen und blabla... Jedenfalls, es wurde ein neuer Termin gemacht. Vorsichtshalber noch ein Schildchen mit Mitbewohnernamen provisorisch neben meinen Namen gepappt, der Techniker kam. Er kniete sogleich im Flur nieder, um sich an meinem Telefonanschluss zu schaffen zu machen. "Haltamal", warf ich ein, "was haben Sie vor?" "Oiso i hob die Anweisung, i soll hier an bestehnden Anschluss in an ISDN-Anschluss umwandeln. Stimmt des net?" "Nix da, Finger weg! Dieser Anschluss ist meiner und der bleibt bittschön so, wie er ist. Ein neuer Anschluss soll gelegt werden, und zwar dort, im Wohnzimmer. "Ach, is des woahr? Ja mei, da hab i etztat fei ka Werkzeug dabei, da muss i erst amoi mei Kollegn o'rufa."
ARRRRRRRGHHHHHHH!
Gut, der Herr Kollege wurde konsultiert, der brachte auch das Werkzeug mit und so wurde die Wohnzimmerecke gleich hinter der Tür flugs mit einem ISDN-Anschluss versehen. Fein. Mitbewohner kam nach Hause und freute sich, zumindest schon mal das Telefon anschließen zu können, das er im Telekom-Laden erworben hatte - und das, nebenbei gesagt, der letzte Husten war. Wie kann man nur ein Telefon bauen, bei dem der Stecker nicht seitlich eingesteckt wird, sondern senkrecht unten, sodass es nicht plan auf dem Tisch steht und bei jedem Tastendrückversuch hin- und herkippelt! Wie kann man nur ein Telefon bauen, das so leicht ist, dass es eines einfachen Windhauchs bedarf, um es runterfallen zu lassen, woraufhin es keinen einzigen Mucks mehr von sich gibt! Leute, die solche Telefone bauen, haben weder Kinder noch Haustiere und haben auch sonst noch kein Telefon durch Stolpern übers Kabel zum Absturz gebracht.
Jedenfalls, das Telefon ging. Nur das Modem war noch nicht da. Ich also bei der Telekom angerufen, mir ungefähr 200x "da sind Sie bei mir falsch, rufen Sie mal dieunddie Nummer an" angehört, schließlich doch an jemanden geraten, der sich erbarmte. "Ach, Sie haben T-DSL bestellt? Ich habe hier nur den Auftrag für einen ISDN-Anschluss, von T-DSL sehe ich hier nichts."
ARRRRRRRGHHHHHHH!
Also habe ich ihnen klar gemacht, dass wir sehr wohl T-DSL bestellt hatten und dass sie doch bittschön verdammt nochmal endlich die Hard- und Softtware rüberwachsen lassen sollten, und zwar fix, schließlich waren schon einige Wochen vergangen, Mitbewohner sollte längst für seine kanadische Firma teleworken, tat dies immer noch nicht, ganz einfach, weil dieser verdammte Internetanschluss noch nicht da war.
Die Hardware kam. Die Software nicht. Also wieder angerufen. Wieder 200x "Da sind Sie bei mir falsch, rufen Sie mal dieunddie Nummer an", ich spürte rote Flecken im Gesicht und eine Wut, die kurz vor der Eruption stand.
Irgendwann war schließlich auch die Software da. Endlich! Jetzt musste nur noch alles installiert werden und schon konnte es losgehen.
Mitbewohner installierte.
Das Modem funktionierte nicht.
3765 Modem-Resets.
Das Scheißding synchronisierte immer noch nicht.
Ich wieder angerufen. "Da sind Sie bei mir falsch, rufen Sie mal dieunddie Nummer an". Irgendwann nach 3 Stunden wieder einen charitablen Mitarbeiter erwischt. Ja, wir schicken ein neues Modem.
Acht Wochen später, das neue Modem kam.
Mitbewohner installierte alles.
Das Modem synchronisierte.
Hurra.
