Lutz, du wohnst in der Nähe von U-Bahnhof Ruhleben, nicht wahr? Also auch nicht weit weg von mir. Einmal die Straße westwärts geradeaus runter!
Meine Lieblingsrelikte aus den 80-ern sind zwei Kleider. Das eine, schwarzweiß-Pepita in V-Form, hinten mit dreieckigen Knöpfen zu schließen, trug ich letztes Jahr beim Treffen in Hamburg. Nur gut, dass es so weit geschnitten ist, so habe ich noch prima reingepasst

Das andere ist ein knallrotes Sweatshirtkleid mit einem silbernen Reißverschluss oben. Macht man ihn ein Stück auf, kann man sich einen Kragen mit Kragenecken bauen; macht man ihn zu, ist das Ding hochgeschlossen mit Stehkragen bis unters Kinn. Super kuscheliges Teil, das ich vielleicht zum nächsten Treffen anziehen werde. Ist aus Sweatshirtstoff, passt also auch noch! Und natürlich ist da noch mein Abiturkostüm, schwarzer 3/4 langer schmaler Rock und dazu ein asymmetrisch geknöpftes Bolero. Das allerdings dürfte etwas eng werden, ich wog damals halt schon fast 10 kg weniger als heute... aber ich habe es am triumphalsten Tag meines damaligen (vielleicht sogar bisherigen) Lebens getragen, der Abschlussfeier meines ach so hart erkämpften Abiturs! Deshalb werde ich mich genauso wenig davon trennen wie eine Braut von ihrem Brautkleid.
Dann gibt es da eine ganze Reihe Pullover aus jener Zeit, die ich nienicht hergeben werde. Meine Mutter kann nämlich besser stricken als jede mechanische Strickmaschine und zauberte in einer Zeit, als stricken absolut in war, die schönsten Pullis der Welt. Einer davon ist aus taubenblauer feiner Merinowolle und die Vorderseite ziert ein grau-weiß-schwarzer Vogel aus Angorawolle. Ein Meisterwerk! Ein anderer ist dunkelblau, geht bis kurz vor die Knie und hat eine Norwegerpasse, entstanden nach einer original norwegischen Vorlage, geschickt von meiner damaligen norwegischen Brieffreundin. Der Pulli ist so toll und warm und unkaputtbar, dass er immer noch jeden Winter im Einsatz ist. Dann gibt es eine Strickjacke im Jacquardmuster, rot mit schwarzen Rosen. Immer noch schick! Und einen der wenigen Pullis, die ich selbst bis zu Ende gestrickt habe - dementsprechend kurz ist der auch. Messingfarben und über die rechte Schulter verläuft eine aufgestickte Ranke aus schwarzem Garn.
Ja, und was noch... diverse Schmuckstücke natürlich, allen voran meinen rautenförmigen Riesenohrring, den ich letztes Jahr vorm Treffen so sorgfältig gebügelt hatte. Dann ein Paar, das aus je einem schwarzen Gummiring besteht. Eine Emaillebrosche mit Pferdeköpfen darauf. Zwei Korbkoffer voller Briefe, in dem einen die "deutsche" Post von Freundinnen, Schulfreundinnen und Brieffreundinnen, in dem anderen die internationale Post und die Liebesbriefe

Diverse Cassetten, entweder gezielt aufgenommen bekommen oder "entführt" und nicht zurückgegeben. Jaja, ich war Cassettenkleptomanin

Ein schwarzer Gürtel mit großer runder Metallschnalle, jenes Modell, das damals fast jede hatte, um es überm Sweatshirt zu tragen. Ist ebenfalls noch manchmal im Einsatz.