*gacker* Ich habe sehr über das Kaffeekoch-Unglück gelacht. Und musste gleich an die Eierkochposse denken, als Kinderfresser mich besucht hat
Mir sind in den letzten Wochen gleich zwei Knallschoten beim Autofahren passiert.
Das eine Mal hatte ich, ausgemachte Wessi, in Prenzlauer Berg/Ostberlin jemanden zu treffen, eine Gegend, in die es mich nicht allzu oft verschlägt. Ich fahre also die Kastanienallee hoch in Richtung Schönhauser Allee, die dann irgendwann mal kreuzt. Die Kastanienallee ist eine alte, schmale, kopfsteingepflasterte Straße, auf der die Tram verkehrt. Gut, Tram, das kenne ich aus München und auch sonst bin ich damit in Ostberlin noch nicht kollidiert.
Die Tram zuckelt also gemütlich vor mir her, ich fahre hinterher. Sie hält an, ich halte an. Tram fährt weiter, ich auch. Schließlich kommt die Schönhauser Allee in Sicht, die an der Stelle momentan eine fette Baustelle ist. Die Tram verläuft weiter geradeaus, während die Straße schräg rechts einen Knick macht, eben damit man auf die Schönhauser kommt. Damit man auch ja weiß, wo man fahren muss, verläuft links neben der Straße auch noch eine Art Bordstein, der die Fahrbahn praktisch einbettet und ihr die Form vorgibt.
Ich biege also in dieses Stück Straße ein, links neben mir fährt die Tram. Diese hält im nächsten Moment an, öffnet sämtliche Türen und ehe ich scheiße schreien kann, strömen Menschenmassen vor, neben und hinter mir auf die Straße, natürlich völlig selbstverständlich und ohne rechts und links zu gucken. Ich Vollbremsung. Die Beschimpfungen hageln auf mich nieder, ich ziehe den Kopf ein. "Nanana junge Frau, vielleicht passen 'Se mal uff, wo 'Se hinfahren!" - "Na ich hab doch keine Ahnung", blöke ich zurück, "ich bin doch 'ne Wessi, bei uns gibt's doch keine Tram!"
Bei aller Liebe: Wer, der nicht gerade ortskundig ist, kann an dieser bescheuerten Stelle eine Tram-ENDhaltestelle vermuten! Ich kenne Tram-Endhaltestellen, ich weiß aus München, wie die auszusehen haben. SO jedenfalls nicht!
Das zweite mal war Freitag vor einer Woche. Ich war mit 'ner Freundin beim Deutsch-Amerikanischen Volksfest. Dieses befindet sich, wie der Name schon sagt, im ehemaligen amerikanischen Sektor der Stadt, sprich in Berlin-Süd, in der Clayallee Ecke Hüttenweg. Gar lustig war's gewesen, man hat gut gegessen, getrunken und gelacht, es war inzwischen ca. 23:30 Uhr und Zeit für den Heimweg.
Schon auf der Hinfahrt hatte das Benzinstandslämpchen dezent geblinkt und mein Auto gemeldet "bitte demnächst mal Treibstoff nachfüllen". Gut, denke ich mir, einmal über die Stadtautobahn, das reicht noch und auf der Straße nach Hause gibt's eine Jet-Tankstelle, da halten wir dann.
Ich also rauf auf die Stadtautobahn, fahre ein Stück, da sehe ich plötzlich eine Leuchtanzeige über mir: "Staugefahr". Wie jetzt, Stau? Um die Zeit? Ich komme gerade noch ein paar Meter weit, da liegt er auch schon vor mir: ein dicker, fetter Stau. Wenn ich etwas hasse, dann sind das Staus, noch dazu nachts und ohne Benzin in der Karre. Jedoch, Rettung naht: Genau neben mir befindet sich eine Ausfahrt. Ich gucke nicht weiter auf die Schilder, denke bloß, jut, da vorne ist der Funkturm und das Kongresszentrum, wenn ich jetzt hier rausfahre, komme ich außenrum und kann nachher wieder auf die Stadtautobahn und schlimmstenfalls komme ich eben bei der Deutschlandhalle raus.
Und wie ich mir nun so richtig genial vorkomme in Anbetracht dessen, wie ich diesem doofen Stau da so überaus geschickt ausweiche, fahre ich die Ausfahrt raus... und befinde mich 5 Minuten später auf der AVUS. Für Nichtberliner: Die AVUS ist sozusagen die Fernautobahn, die eins-fix-drei raus aus der Stadt auf die großen Autobahnen in ganz Deutschland führt.
SCHEISSE!
Und so fahre ich und fahre, derweil die Benzinnadel immer mehr in Richtung Boden tendiert... Schweißperlen schleichen sich auf meine Stirn. Verdammich, wann kommt denn da wohl die nächste Ausfahrt? Ich höre mein Auto meckern: "ey Alte, ich hab Durst!" Da, ein blaues Schild... eine Ausfahrt naht. Und die lautet: Hüttenweg... In dem Moment bin ich geneigt, mit dem Kopf aufs Armaturenbrett zu hämmern. Hüttenweg, wie bescheuert ist das denn bitte! Ich habe keine andere Wahl. Ich fahre ab, ich fahre einen scheißfinsteren Hüttenweg quer durch den Grunewald, draußen schüttet es aus Eimern und mein Auto röchelt "Benzin... Benzin... ich verdurste..."
Einige Zeit später, die Benzinanzeigenadel liegt inzwischen vollends am Boden, stehe ich wieder auf der Clayallee, rechts neben mir das Deutsch-Amerikanische Volksfest. Wenigstens gibt's einige Meter später eine Tankstelle. Natürlich keine Jet, sondern eine scheißteure Esso. Oh yeah...