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Verfasst: Mi Okt 05, 2005 7:51 pm
von brandbrief
Auf www.bildblog.de werden auf herrliche Art & Weise BILD-Zeitungs-Schlagzeilen und -berichte auseinandergenommen bzw. widerlegt.
Komischerweise bietet dieses Boulevard-Blatt wirklich jeden Tag neues Material :D

Beispiel gefällig?

[img]http://www.bildblog.de/wp-content/bmw.jpg[/img]

Man beachte die Textzeile und richte dann den Blick auf die Radkappe :ro

Verfasst: Mi Okt 05, 2005 8:04 pm
von Muggi
Großartige Seite, suche ich jeden Tag auf. Verdient mit dem Grimme-Onlinepreis ausgezeichnet :)

Das hier ist auch nicht übel:


[img]http://www.bildblog.de/wp-content/heine.jpg[/img]

:ro

Verfasst: Mi Okt 05, 2005 8:07 pm
von brandbrief
Jetzt wissen wir endlich, dass Dieter Bohlen doch ein Künstlername ist.............und zwar der von Heinrich Heine :ro

Verfasst: Mi Okt 05, 2005 8:13 pm
von musicola
Sehr geil! Ich lese auf bildblog.de schon seit einigen Monaten täglich mit! :D

Verfasst: So Okt 09, 2005 8:39 pm
von musicola
Das Satire-Magazin "Titanic" über Kai Diekmann:

http://www.titanic-magazin.de/archiv/1005/diekmann1.php

Göttlich... :ro

Verfasst: Do Okt 13, 2005 12:12 am
von musicola
Wieder mal sehr geil:

http://www.bildblog.de/?p=862

Neues vom Rotkäppchen

Heute reden wir über Wölfe. Oder, wie "Bild" sie nennt: WÖLFE.

In der Lausitz gibt es seit kurzem wieder ein paar. In der Lausitz liegt auch Löbau, und irgendwo bei Löbau lebt eine kleine Familie mit ihrer fünf Monate alte Tochter sehr, sehr naturnah in einer kleinen Hütte im Wald. Zwei Tage in Folge hatte "Bild" relativ friedlich über den "Waldkauz" und sein Kind geschrieben, aber dann musste wohl ein bisschen Action her. Die Wendung deutete sich schon am Ende des zweiten Artikels an:

Ist ein Leben im Wald gefährlich für Kinder?

"Im Lausitz-Wald gibt es Wölfe", sagt Jäger Rudolf Schellbach (76). "Zwar meiden sie Menschen. Doch ein Restrisiko bleibt."

Ein Restrisiko, hoho. Nun könnte man argumentieren, dass für Kinder außerhalb des Waldes das Risiko, vom Auto überfahren zu werden, deutlich mehr ist als ein Restrisiko, aber lassen wird das.

Jedenfalls erschien am dritten Tag der kleinen Waldkauz-Reihe, für die übrigens "Bild"-Redakteur Jürgen Helfricht verantwortlich zeichnet, der schon die Katzen-zu-Benzin-Geschichte erfand, ein Artikel mit der Überschrift:

Jäger in großer Sorge!
Holen sich Wölfe das Wald-Baby?

Der Artikel beginnt im Rotkäppchen-Stil:

Der Waldmensch läuft mit seinem süßen Töchterchen durchs Dickicht. Neugierig schaut sich Johanna (5 Monate) in der wilden Natur um. Alles sieht so friedlich aus. Doch im Unterholz lauert Gefahr. DIE LAUSITZ-WÖLFE!

Als Beleg für die "Gefahr" kommt erneut Rudolf Schellbach (76) zu Wort. Diesmal hat sich sein Zitat leicht verändert, aber nach der behaupteten "großen Sorge" klingt es immer noch nicht:

"Zwar meiden Wölfe die Menschen. Aber ein Restrisiko gerade für ein in Schafspelz eingewickeltes Baby bleibt."

Aber "Bild" hat noch einen Kronzeugen: Den Jäger Joachim Bachmann. Ihm glaubt "Bild", dass die zwei Wolfsrudel in der Lausitz "ein Risiko für Menschen" und "die heimischen Wildbestände" darstellten. Bachmanns "große Sorge" laut "Bild":

Gefährlich wird es, wenn sich diese unberechenbaren Tiere an den Menschen gewöhnen, ihre Scheu verlieren. Wir haben schon Wolfsspuren in Dörfern gefunden.

Bachmann ist, vorsichtig gesagt, kein richtig guter Kronzeuge. Denn Bachmann hat gerade vor dem Verwaltungsgericht Dresden einen Prozess verloren, mit dem er sich das Recht erstreiten wollte, einen freilebenden Wolf in seinem Revier abzuschießen.

Was seine Kompetenz angeht, ist ein Artikel aus der heutigen "Sächsischen Zeitung" zum Thema interessant:

Gleich 27 Wölfe vermutete der Kläger in der Lausitz, erst Anfang September hätten Jagdfreunde die riesigen Fußspuren von fünf ausgewachsenen Wölfen bei Boxberg gesehen, zehn bis zwölf Zentimeter im Durchmesser. Gesa Kluth, die Wolfsbeauftragte des Freistaates, erklärte daraufhin dem Jäger und Träger der Verdienstmedaille des Deutschen Jagdverbandes die Biologie dieser Tiere. Schon die Welpen haben so große Füße wie die Alttiere, allerdings acht bis neun Zentimeter groß (…).

Das Verwaltungsgericht kam außerdem zu dem Ergebnis, ein Angriff auf Menschen sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen".

Bei den "Jägern", die laut "Bild" in "großer Sorge" um das Mädchen im Wald sind, handelt es sich also um einen Jäger, der nicht in großer Sorge ist, und einen weiteren Jäger, der nicht sehr viel von Wölfen zu verstehen scheint. Das hat er mit der "Bild"-Redaktion gemein, die tatsächlich dieses Foto rechts mit dem Text versah: "Ein Wolf fletscht die Zähne. Er ist auf der Suche nach Beute." Wenn uns nicht alles täuscht, muss er, um seine Beute wiederzufinden, nur kurz den Kopf senken und zwischen seine acht bis neun Zentimeter großen Pfoten schauen.

[img]http://www.bildblog.de/wp-content/wolf.jpg[/img]

:ro

Verfasst: Do Okt 13, 2005 1:55 am
von Muggi
Oh Mann...und sowas wird jeden Tag von Millionen Leuten gelesen...*kopfschüttel*

Verfasst: Do Okt 13, 2005 11:32 am
von bubu
Hattet ihr diese Geschichte mitbekommen, dass laut Bild ein Wissenschaftler aus Katzen Benzin herstellt? Das war von vorne bis hinten erstunken und erlogen. Das Medienmagazin "Zapp" ist dem auf den Grund gegangen. Der Wissenschaftler war völlig empört über diese Falschmeldung.

Traurig: unglaublich viele inländische und ausländische Medien hatten das einfach ungeprüft abgeschrieben.

Verfasst: Do Okt 13, 2005 1:32 pm
von musicola
@ Bubu

wer regelmäßig BildBlog liest, bekommt das natürlich mit! :D

Im Übrigen schreiben generell recht viele Medien ungeprüft alles (Un)Mögliche bei der Bild ab...

Verfasst: Do Okt 13, 2005 1:38 pm
von KlarkKent
"Schatzi, haben wir noch genug Katzen im Haus? Ich muß noch mal schnell einen Kasten Bier holen und weiß nicht ob der Sprit reicht!"