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Mal ne Frage zum Tapedeck
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Imaginary Boy
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Da ich mir kürzlich ein neues Tapedeck zugelegt habe und ich nicht so die Riesenahnung habe, folgende Frage:
In welchem Modus sollte man heutzutage aufnehmen, bzw. was verträgt sich mit dem größten Teil der Abspielgeräte, wie Autoradio und Walkman am besten: Dolby B oder Dolby C (oder überhaupt kein Dolby?). Finde z.B. in der Bedienungsanleitung von meinem Autoradio und meinem Walkman keine Angaben über den unterstützten Modus, obwohl es laut der Anleitung des Tapedecks eben dort zu finden sein sollte.
Däd misch ma indressiere.....
Danke Irvine
In welchem Modus sollte man heutzutage aufnehmen, bzw. was verträgt sich mit dem größten Teil der Abspielgeräte, wie Autoradio und Walkman am besten: Dolby B oder Dolby C (oder überhaupt kein Dolby?). Finde z.B. in der Bedienungsanleitung von meinem Autoradio und meinem Walkman keine Angaben über den unterstützten Modus, obwohl es laut der Anleitung des Tapedecks eben dort zu finden sein sollte.
Däd misch ma indressiere.....
Danke Irvine
Zuletzt geändert von Imaginary Boy am Do Jan 01, 1970 1:00 am, insgesamt 0-mal geändert.
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UnknownPleasure
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Okay - ich bin zwar nicht soo superbeschlagen, was home entertainment angeht, aber ich will es mal versuchen (aller Fehler meinerseits sind selbstredend pure Absicht
):
Derzeit gibt es drei verschiedene Arten der Rauschunterdrückung: Dolby B,C und S. Diese sind nicht untereinander kompatibel, d.h. ein mit Dolby C aufgenommenes Tape wird sich auf einem Laufwerk mit Dolby B "merkwürdig" anhören (spitze Höhen, mulmige Mitten, pumpender Bass etc.). Dolby S soll dabei zwar noch am tolerantesten sein, dies wurde allerdings nur in Home-Tapedecks verwendet (soweit mir bekannt ist, hat lediglich Nakamichi mal ein Autoradio mit Dolby S hergestellt).
Dolby funktioniert in etwa so: bei der Aufnahme wird die Lautstärke bestimmter Teile des Frequenzspektrums angehoben und bei der Wiedergabe um den entsprechenden Anteil wieder abgesenkt - so wird das Rauschen reduziert.
Hauptsächlich ist Dolby B verbreitet, nicht nur, weil diese Rauschunterdrückung am längsten existiert. Ist halt auch eine Kostenfrage, da - wie fast alles im Leben - alles, was es extra gibt, auch extra kostet. Im Heimbereich ist Dolby C weiter verbreitet als im Mobilbereich, da dort die Vorteile stärker zum Tragen kommen und auch die mechanischen Voraussetzungen eher gegeben sind (Azimut!).
Als Faustregel kann man folgendes annehmen: kann man Dolby entweder nur zu- oder abschalten, wird es sich um Dolby B handeln. Bislang wurde es auf den jeweiligen Geräten auch immer extra vermerkt, wenn zusätzliche Möglichkeiten vorhanden waren ("Dolby NR B+C" oder "Dolby S").
Last but not least (wird vielleicht alle Besitzer älterer Telefunken- und Schneider-Tapedecks interessieren): der Aufdruck "DNR" am entsprechenden Schalter ist kein Dolby! Hierbei handelt es sich um "Dynamic Noise Reduction" ("dynamische Rauschunterdrückung"), eine Schaltung, die zwar ähnlich funktioniert, allerdings nicht so effektiv und klangtreu ist wie die Dolby-Rauschunterdrückung. In den 80s gab es sogar ein paar Tapedecks, die sowohl mit DNR als auch Dolby ausgestattet waren, wahrscheinlich aus Kompatibilitätsgründen. Daneben bot Telefunken in den 80s bei seinen Tapedecks die "HighCOM"-Schaltung an, die kompatibel zu Dolby B sein sollte (und es irgendwie doch nicht war), und an wenigen Geräten gab es noch eine "dbX"-Schaltung ("Dynamic Range Expansion"), die eher als ein Kompressor zu sehen ist und ebenfalls zu einer Rauschverminderung geführt hat.
Um die Rauschunterdrückung bestmöglich nutzen zu können, sollten die Tonköpfe exakt justiert sein, auch die Auswahl des Bandmaterials spielt eine Rolle - ein Tape mit hohem Grundrauschen wird auch bei der Wiedergabe entsprechend rauschen. Bei der Aufnahme ist es wichtig, den Pegel so genau wie möglich einzustellen: zuwenig Pegel bewirkt erhöhtes Rauschen, zuviel Pegel führt zu Verzerrungen, die durchaus auch hörbar sein können. Hier hilft entweder die "Try and Error"-Methode oder ein Blick in die Fachzeitschriften oder das Internet.
Ich hoffe, daß Dir damit ein wenig weitergeholfen ist...
Derzeit gibt es drei verschiedene Arten der Rauschunterdrückung: Dolby B,C und S. Diese sind nicht untereinander kompatibel, d.h. ein mit Dolby C aufgenommenes Tape wird sich auf einem Laufwerk mit Dolby B "merkwürdig" anhören (spitze Höhen, mulmige Mitten, pumpender Bass etc.). Dolby S soll dabei zwar noch am tolerantesten sein, dies wurde allerdings nur in Home-Tapedecks verwendet (soweit mir bekannt ist, hat lediglich Nakamichi mal ein Autoradio mit Dolby S hergestellt).
Dolby funktioniert in etwa so: bei der Aufnahme wird die Lautstärke bestimmter Teile des Frequenzspektrums angehoben und bei der Wiedergabe um den entsprechenden Anteil wieder abgesenkt - so wird das Rauschen reduziert.
Hauptsächlich ist Dolby B verbreitet, nicht nur, weil diese Rauschunterdrückung am längsten existiert. Ist halt auch eine Kostenfrage, da - wie fast alles im Leben - alles, was es extra gibt, auch extra kostet. Im Heimbereich ist Dolby C weiter verbreitet als im Mobilbereich, da dort die Vorteile stärker zum Tragen kommen und auch die mechanischen Voraussetzungen eher gegeben sind (Azimut!).
Als Faustregel kann man folgendes annehmen: kann man Dolby entweder nur zu- oder abschalten, wird es sich um Dolby B handeln. Bislang wurde es auf den jeweiligen Geräten auch immer extra vermerkt, wenn zusätzliche Möglichkeiten vorhanden waren ("Dolby NR B+C" oder "Dolby S").
Last but not least (wird vielleicht alle Besitzer älterer Telefunken- und Schneider-Tapedecks interessieren): der Aufdruck "DNR" am entsprechenden Schalter ist kein Dolby! Hierbei handelt es sich um "Dynamic Noise Reduction" ("dynamische Rauschunterdrückung"), eine Schaltung, die zwar ähnlich funktioniert, allerdings nicht so effektiv und klangtreu ist wie die Dolby-Rauschunterdrückung. In den 80s gab es sogar ein paar Tapedecks, die sowohl mit DNR als auch Dolby ausgestattet waren, wahrscheinlich aus Kompatibilitätsgründen. Daneben bot Telefunken in den 80s bei seinen Tapedecks die "HighCOM"-Schaltung an, die kompatibel zu Dolby B sein sollte (und es irgendwie doch nicht war), und an wenigen Geräten gab es noch eine "dbX"-Schaltung ("Dynamic Range Expansion"), die eher als ein Kompressor zu sehen ist und ebenfalls zu einer Rauschverminderung geführt hat.
Um die Rauschunterdrückung bestmöglich nutzen zu können, sollten die Tonköpfe exakt justiert sein, auch die Auswahl des Bandmaterials spielt eine Rolle - ein Tape mit hohem Grundrauschen wird auch bei der Wiedergabe entsprechend rauschen. Bei der Aufnahme ist es wichtig, den Pegel so genau wie möglich einzustellen: zuwenig Pegel bewirkt erhöhtes Rauschen, zuviel Pegel führt zu Verzerrungen, die durchaus auch hörbar sein können. Hier hilft entweder die "Try and Error"-Methode oder ein Blick in die Fachzeitschriften oder das Internet.
Ich hoffe, daß Dir damit ein wenig weitergeholfen ist...
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new-waver
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@UnknownPleasure
Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, nur dass das richtige Vormagnetisieren der Bänder auch wichtig ist für einen guten Klang.
Jetzt kommt es natürlich auf die Preisklasse des Tapedecks an, denn nicht jedes hat diese Bias-Funktion!
Übrigens, die Firma Siemens hatte auch HighCom als Rauschunterdrückung!
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Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, nur dass das richtige Vormagnetisieren der Bänder auch wichtig ist für einen guten Klang.
Jetzt kommt es natürlich auf die Preisklasse des Tapedecks an, denn nicht jedes hat diese Bias-Funktion!
Übrigens, die Firma Siemens hatte auch HighCom als Rauschunterdrückung!
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Sven Ho
UP hat soweit alles gesagt.
Ich erinnere mich, dass ich die letzten Kassetten (ist wegen MD schon einige Jahre her) allerdings ganz ohne Dolby bespielt hatte, einfach weil ich die Erfahrung machte, dass das doch noch am saubersten klingt!
Allerdings bin ich froh, dass meine alten Kassetten ausse 80ä wenigstens mit Doly B codiert sind, da kann ich heute beim Abspielen das Dolby ausschalten und gewinne so ein paar verlorene Höhen zurück... (das Rauschen natürlich auch
)
Aber rein technisch ist der Bericht von UP absolut korrekt, also ist das auch der Stand der Dinge!
Christoph
Ich erinnere mich, dass ich die letzten Kassetten (ist wegen MD schon einige Jahre her) allerdings ganz ohne Dolby bespielt hatte, einfach weil ich die Erfahrung machte, dass das doch noch am saubersten klingt!
Allerdings bin ich froh, dass meine alten Kassetten ausse 80ä wenigstens mit Doly B codiert sind, da kann ich heute beim Abspielen das Dolby ausschalten und gewinne so ein paar verlorene Höhen zurück... (das Rauschen natürlich auch
Aber rein technisch ist der Bericht von UP absolut korrekt, also ist das auch der Stand der Dinge!
Christoph
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Ich freue mich, schon soooooviele Texte geschrieben zu haben: mehr als 3300!
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Otto
Wie Christoph schon sagte, ist es oft empfehlenswert, bei älteren Dolby-Aufnahmen das Dolby bei der Wiedergabe ganz wegzulassen, denn sonst könnten die Höhen fehlen. Diese Erfahrung habe ich schon oft gemacht. Der Großteil meiner Kassettenaufnahmen wurde mit Spitzen-Kassettendecks in den 90er Jahren angefertigt (Aufnahmen aus den 80ern habe ich kaum noch, da ich mir das meiste später auf CD oder Vinyl zugelegt habe), mit Dolby C und später auch S, aber meine Erfahrung ist, dass fast jede Aufnahme im Laufe der Zeit nicht mehr so klar klingt wie in den ersten Tagen. So verändert sich die Magnetisierung im Laufe der Jahre, und natürlich ist der Tonkopf auch dem natürlichen Verschleiß ausgesetzt. Eine nur minimale Verstellung des Tonkopfes (Azimut) kann schon sehr negative Auswirkungen auf die Wiedergabe früherer Aufnahmen haben, und bei mir wechselten die Wiedergabegeräte auch öfter. Mittlerweile verwende ich keine Kassetten mehr, ich habe auch nur noch relativ wenige Schätzchen aufgehoben zum gelegentlichen Anhören - und das kann ich nur noch ohne Dolby, sonst wäre das Klangbild zu unausgewogen. Außer ich höre sie mit dem besseren meiner beiden verbliebenen Tapedecks, das hat nämlich die "Play Trim" Funktion. Damit kann man verlorene Höhen bei alten Dolby-Aufnahmen optimieren. Mit dieser Funktion habe ich auch so einige meiner ehemaligen Aufnahmen in guter Qualität auf CD gebracht und somit dauerhaft gesichert. "Play Trim" haben aber nur teurere Decks neueren Datums, mir ist das bisher nur bei Yamaha bekannt.
Zuletzt geändert von Otto am Do Jan 01, 1970 1:00 am, insgesamt 0-mal geändert.
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UnknownPleasure
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Ergänzung zu Ottos Posting:
Eine ähnliche Schaltung vergleichbar mit Yamahas "Play Trim" findet sich auch bei einigen (älteren) Tapedecks und Autoradios von Pioneer, "Flex" bzw. "1/flex" genannt.
Wer keine Lust hat, die Aufnahmen am Computer nachzubearbeiten, kann es auch mit einem Equalizer versuchen, dieser sollte allerdings wenigstens 11 Frequenzbänder pro Kanal aufweisen, weil sonst der Abstand zwischen den zu regelnden Frequenzen zu groß ist.
Eine ähnliche Schaltung vergleichbar mit Yamahas "Play Trim" findet sich auch bei einigen (älteren) Tapedecks und Autoradios von Pioneer, "Flex" bzw. "1/flex" genannt.
Wer keine Lust hat, die Aufnahmen am Computer nachzubearbeiten, kann es auch mit einem Equalizer versuchen, dieser sollte allerdings wenigstens 11 Frequenzbänder pro Kanal aufweisen, weil sonst der Abstand zwischen den zu regelnden Frequenzen zu groß ist.
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Imaginary Boy
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@UnknownPleasure
Alle Klarheiten wären somit beseitigt.
Danke, daß du dir soviel Zeit genommen hast!!!
Irvine
Alle Klarheiten wären somit beseitigt.
Irvine
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[quote]UnknownPleasure postete
Wer keine Lust hat, die Aufnahmen am Computer nachzubearbeiten, kann es auch mit einem Equalizer versuchen, dieser sollte allerdings wenigstens 11 Frequenzbänder pro Kanal aufweisen, weil sonst der Abstand zwischen den zu regelnden Frequenzen zu groß ist.[/quote]
Scheiße. Mein Equalizer hat nur 10 Bänder pro Kanal...
Gruß
Gosef
Wer keine Lust hat, die Aufnahmen am Computer nachzubearbeiten, kann es auch mit einem Equalizer versuchen, dieser sollte allerdings wenigstens 11 Frequenzbänder pro Kanal aufweisen, weil sonst der Abstand zwischen den zu regelnden Frequenzen zu groß ist.[/quote]
Scheiße. Mein Equalizer hat nur 10 Bänder pro Kanal...
Gruß
Gosef
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