Mauerfall 1989 - was hatten wir f
Verfasst: Mi Nov 04, 2009 10:23 pm
Und zwar in jeder Hinsicht. Darüber möchte ich gerade zum kommenden 20. Jahrestag (vielleicht besser ein paar Tage vorher, sonst taucht das wieder überall gleichzeitig auf
) mal was schreiben.
Wie mein ich das mit dem "Glück"?
Dass die Mauer fiel?
Ja, das auch, aber da waren noch viel mehr Faktoren:
- die Deppschigkeit eines Egon Krenz (der manchmal eher wie ein hilfloser Schuljunge wirkte als wie ein *hust* "Staatsmann")
- Schabowskis Fehlen in den Sitzungen vom 8. und 9. November (Krenz nahm an, dass Schabowski auf dem neuesten Informationsstand war; war er aber nicht, nämlich auf dem vom 7.11., sodass es in der "historischen" Pressekonferenz zu einigen Überraschungen kam)
- der italienische Journalist, der Schabowski glücklicherweise an die wohl sonst vergessene Ausreiseregelung erinnerte, die er "eigentlich" vorlesen wollte!
- die sich noch in den Kinderschuhen befindliche Mobilfunk- und Digitaltechnik!
Habt ihr an letzteres mal gedacht? *DAS* meine ich hauptsächlich mit "Glück"!
Wenn man die Geschichte genau kennt - zugegeben, einiges hat mir der SPIEGEL in seiner fantastischen Ausgabe 45/2009 wieder in Erinnerung gerufen, ist ja doch schon etwas her -, dann weiß man dass sich bei den meisten entscheidenden Ereignissen die Funktionäre ahnungslos für etliche Stunden im ZK-Plenum befanden, und von "draußen" in der GESAMTEN Zeit nichts mitkriegten!
Jetzt nehmen wir an, das ganze wäre 1999 abgelaufen, nicht 1989.
Hätte das genauso funktioniert?
Wahrscheinlich nicht! 1999 hatten die meisten schon ein Handy, und wenn da irgendwas nicht staatskonformes abgegangen wär, hätte sicher mindestens ein Teilnehmer im Plenum eine SMS aufs Handy bekommen!!
Folge: ZK-Plenum wäre nicht bis spät abends gegangen, sondern wahrscheinlich abgebrochen worden!
D. h. die (noch) Machthabenden hätten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genug Zeit gehabt, noch etwas zu verhindern! Beziehungsweise irgendwelche Führungskräfte zu erreichen. Um halb 11 uhr abends war es damit natürlich bereits vorbei, da war ein Teil bereits im Bett am poofen, und dann entschlossen sich z. T. Stellvertreter, auf eigene Faust Entscheidungen zu treffen! (und damit natürlich ihre Kompetenzen weit zu überschreiten - das dürfen sie natürlich eigentlich gar nicht!)
Also bleib ich dabei: GERADE die noch stiefmütterliche Technik hat uns u. U. diese historische Kehrtwendung erst ermöglicht!! Heute sind eben auch die Gegner "viel zu informiert", weil jeder in Sekundenschnelle über Handy erreichbar ist!
Kohl - am entscheidenden Tag in Warschau, nichtsahnend wie seine Berater - hat das ja mal erzählt, wie er noch wie bei uns in den 30er Jahren (!) mit Kurbel (!!) die Telefonanlage bedienen musste! Ja, im Polen der 80er Jahre!
Heute kriegt er das in wenigen Sekunden übers Handy mit.
Unsere digitale Welt mag viel Angenehmes gebracht haben; aber natürlich können auch solche notwendigen Putsche durch "zuviel Informationsvernetzung" durch das derzeitig noch amtierende Regime vereitelt werden!
Also war es gut so, dass 1989 alles noch so einfach und (fast) "von Hand" war. Wer weiß, wie das sonst abgelaufen wäre...!
Wie mein ich das mit dem "Glück"?
Dass die Mauer fiel?
Ja, das auch, aber da waren noch viel mehr Faktoren:
- die Deppschigkeit eines Egon Krenz (der manchmal eher wie ein hilfloser Schuljunge wirkte als wie ein *hust* "Staatsmann")
- Schabowskis Fehlen in den Sitzungen vom 8. und 9. November (Krenz nahm an, dass Schabowski auf dem neuesten Informationsstand war; war er aber nicht, nämlich auf dem vom 7.11., sodass es in der "historischen" Pressekonferenz zu einigen Überraschungen kam)
- der italienische Journalist, der Schabowski glücklicherweise an die wohl sonst vergessene Ausreiseregelung erinnerte, die er "eigentlich" vorlesen wollte!
- die sich noch in den Kinderschuhen befindliche Mobilfunk- und Digitaltechnik!
Habt ihr an letzteres mal gedacht? *DAS* meine ich hauptsächlich mit "Glück"!
Wenn man die Geschichte genau kennt - zugegeben, einiges hat mir der SPIEGEL in seiner fantastischen Ausgabe 45/2009 wieder in Erinnerung gerufen, ist ja doch schon etwas her -, dann weiß man dass sich bei den meisten entscheidenden Ereignissen die Funktionäre ahnungslos für etliche Stunden im ZK-Plenum befanden, und von "draußen" in der GESAMTEN Zeit nichts mitkriegten!
Jetzt nehmen wir an, das ganze wäre 1999 abgelaufen, nicht 1989.
Hätte das genauso funktioniert?
Wahrscheinlich nicht! 1999 hatten die meisten schon ein Handy, und wenn da irgendwas nicht staatskonformes abgegangen wär, hätte sicher mindestens ein Teilnehmer im Plenum eine SMS aufs Handy bekommen!!
Folge: ZK-Plenum wäre nicht bis spät abends gegangen, sondern wahrscheinlich abgebrochen worden!
D. h. die (noch) Machthabenden hätten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genug Zeit gehabt, noch etwas zu verhindern! Beziehungsweise irgendwelche Führungskräfte zu erreichen. Um halb 11 uhr abends war es damit natürlich bereits vorbei, da war ein Teil bereits im Bett am poofen, und dann entschlossen sich z. T. Stellvertreter, auf eigene Faust Entscheidungen zu treffen! (und damit natürlich ihre Kompetenzen weit zu überschreiten - das dürfen sie natürlich eigentlich gar nicht!)
Also bleib ich dabei: GERADE die noch stiefmütterliche Technik hat uns u. U. diese historische Kehrtwendung erst ermöglicht!! Heute sind eben auch die Gegner "viel zu informiert", weil jeder in Sekundenschnelle über Handy erreichbar ist!
Kohl - am entscheidenden Tag in Warschau, nichtsahnend wie seine Berater - hat das ja mal erzählt, wie er noch wie bei uns in den 30er Jahren (!) mit Kurbel (!!) die Telefonanlage bedienen musste! Ja, im Polen der 80er Jahre!
Heute kriegt er das in wenigen Sekunden übers Handy mit.
Unsere digitale Welt mag viel Angenehmes gebracht haben; aber natürlich können auch solche notwendigen Putsche durch "zuviel Informationsvernetzung" durch das derzeitig noch amtierende Regime vereitelt werden!
Also war es gut so, dass 1989 alles noch so einfach und (fast) "von Hand" war. Wer weiß, wie das sonst abgelaufen wäre...!