[QUOTE=PostMortem;299198]Ich hatte vor kurzem auch einen Berater da, der ursprünglich aus Ghana stammt und dessen Eltern nach Europa ausgewandert sind. Ich habe mich tatsächlich einmal dabei ertappt in einer Unterhaltung bewusst "Da hätte ich mich schwarz geärgert" kurz vorm Aussprechen noch gestoppt zu haben. So weit hat mich diese Political Correctness Kacke schon infiziert. Das ist umso blöder, als dass er selbst dann die ganze Zeit Witze gemacht hat. Vonwegen, dass er immer schwarz mit der Bahn fährt usw.

Ein anderes mal habe ich mir auf die Zunge gebissen, als sich ein "Da bin ich ganz schön in Schwulitäten gekommen" den Weg freiräumen wollte. Leider sprach ich gerade mit einem Kollegen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und überlegte es mir anders. Wir sind echt gut in Deutschland, brauchen sowas wie eine Gedankenpolizei gar nicht erst einführen. Dafür haben wir genügend Freiwillige und guten Willen...
Es sind wohl meistens selbst völlig unbetroffene Deutsche die einen Stellvertreterkrieg aus solchen Sachen machen und dabei leider die Deutungshoheit darüber übernommen haben, was die Gesellschaft noch politisch korrekt sagen darf und was nicht. Ich wundere mich, dass die Fotobranche es bis heute geschafft hat, die schwarzen Studioschirme ganz selbstverständlich als "....." zu bezeichnen und mit der "Negerlippe" im Studio rumzukleben.
Ach Du großes Gott![/QUOTE]
Wir haben in unserer Pfarrei einen neuen Pfarrhelfer bekommen, der gebürtig aus Togo stammt, sehr nett und engagiert ist und ein extrem gutes Deutsch spricht. Mit ihm habe ich mich kürzlich über die Verwendung der Begriffe "N e g e r" und "Schwarzer" unterhalten.
Er als Schwarzafrikaner meinte, dass ihn beide Begriffe überhaupt nicht stören, denn sie würden schließlich genau das beschreiben, was er eigentlich ist. Stören würden ihn die Begriffe "Afro-Amerikaner", der ihm auch hier in Deutschland immer wieder entgegengebracht wird, denn er ist schließlich kein Amerikaner und möchte auch keiner sein. Genauso findet er den Begriff "Farbiger" nervig, denn er sei eben schwarz und nicht bunt oder farbig.
Interessant war, als er sich mit einer Anhägerin der Grünen mal unterhalten hatte und meinte, dass er mit den beiden Begriffen keinerlei Problem hat und sie ihm immer wieder einreden wollte, wie diskriminierend diese Begriffe für ihn doch sein müssten. Er meinte nur, dass er ihr Gerede um angebliche Diskriminierung viel nerviger finden würde als die Begriffe, über die sie sich doch so sehr aufregt. Auch eine nette Sache, oder?