Selten war von einer Bundestagswahl so wenig zu spüren und selten hatte man das Gefühl, dass man sich die Stimmabgabe eigentlich auch schenken kann. Nicht nur weil so ziemlich jede Partei sich mittlerweile mit mindestens einem Top-Punkt aus dem Wahlprogramm oder ihrer real betriebenen Politik unwählbar macht (und heisst die auch nur Unterlassung), sondern auch, weil man sich bei den Wahlumfragen einfach nur ungläubig und hilflos die Augen reiben kann.
Das die SPD da unten im Stimmenkeller einbetoniert ist, hat sie größtenteils sich selbst zu verdanken. Mit einem neoliberalen Agenda-Leitwolf die Agenda2010 leugnen? So ein Schwachsinn... Soweit so nachvollziehbar. Dass davon traditionell die Grünen als vermeintlich linke Partei profitieren (obwohl die ganz eifrig mit am Agenda-Werk waren): Normalerweise klar! Doch was in den letzten Wochen und Monaten an Gängelungs-, Verteuerungs-, Verbots- und Steuertreiberideen aus dem grünen Lager kam, hat den früheren "Der-Sprit-soll-5DM-pro-Liter-kosten"-Wahlkampf-Gau um Längen übertroffen. Die Atomkraft ist zudem in Deutschland besiegt und den Grünen wurde durch Verlust ihres Zugpferd-Themas schonmal fast der Untergang prophezeit. Doch es prallt an den Grünen ab, sie legen am besten noch jede Woche 1% zu. Reichen wird es trotzdem nicht, jedenfalls nicht mit der SPD oder ohne Linke/FDP - beides fast undenkbar.
Es profitiert die untätige Kanzlerin! Die Vorsitzende und Kanzlerin aus einer Partei, die sich mal über Gerds "Politik der ruhigen Hand" lustig machte und die diesen Stil nun selbst seit Jahren perfektioniert hat. Wen wundert es, hat sie doch bei Aussitzer Kohl gelernt.... Bei Kohl haben sich die Leute wenigstens aufgeregt, bei Merkel macht es nichts: Die Regierung und die Kanzlerin sind trotzdem rekordverdächtig beliebt. Das gilt so langsam sogar wieder für die FDP, die rechtzeitig zur Bundestagswahl die 5%-Hürde wieder überschreitet. Wie kann das angesichts zunehmender Probleme in der Gesellschaft und steigender Zukunftsangst aufgrund der aktuellen Schulden- und Euro-Politik eigentlich sein?
Während die Piraten selbstverschuldet in der Bedeutungslosigkeit versinken, scheint die Propaganda von Springer & Co gegen die "Alternative für Deutschland" aufzugehen. Sie tut sich schwer als Alternative oder Protestpartei auch nur ansatzweise in die Nähe der 5%-Hürde zu kommen. Dabei war m. E. schon lange nicht mehr so viel Anlass und Potenzial dafür da am Wahltag seinen Protest gegen die aktuelle Politik zum Ausdruck zu bringen - und selten konnte dafür mehr oder weniger qualifiziertes Personal gewählt werden, statt irgendwelcher braunen Dünnbrettbohrer. Stattdessen werden die Stimmen aber weiterhin den Parteien zugeschustert, die mittlerweile alle (fast) das gleiche anbieten und den dringenden, zunehmenden Problemen weiterhin gelassen und tatenlos zusehen. Am wichtigsten scheint in Deutschland zu sein: Immer weiter verschulden und bürgen, Gender-Wahn, Strompreiserhöhungen, grenzenloser Import von Kriminalität und abschröpfen der Mittelschicht zum Zwecke ihrer Tilgung. Nebenbei muss alles noch komplizierter gemacht werden, z. B. Bauvorschriften, Steuern und Unternehmensgründung. Die 30% Anwälte im Bundestag brauchen ja eine Perspektive...
Ich verstehe es nicht... Doch wenn die AfD keine Alternative ist und eine Stimme für sie für den Papierkorb wäre, weil sie nicht über die 5% springen wird, was soll man denn dann noch wählen? Ach ja, da war ja noch Die Linke... Nee, sorry, ich bin ja schon für die Grünen ein zu schröpfender Besserverdiener. Die Linke enteignet einen dann wahrscheinlich komplett, wenn man mehr verdient als das geforderte Grundeinkommen oder Branchenmindestlohn...
Was soll/kann man denn wählen und wozu?