[QUOTE=Cinderella;308287]ah ja, interessant
ich kenne das immer nur aus dem Fernsehen, wie die Leute dann nach dem Wasserbad in einer Chemielösung (die soll ziemlich heftig sein, ätzend oder so) ihre Fotos an einer Leine aufhängen und dann warten, bis das Bild dann entsteht. Kennst du das auch von deinen sw-Bildern so?[/QUOTE]
So problematisch ist das nicht, wenngleich Du Dir die Sauce nicht über das Kostüm kippen solltest.
Also, erst einmal musste man den Film entwickeln, der wurde bei Dunkelheit auf eine Spule gewickelt und dann in eine Dose gelegt. Danach ging es bei Tageslicht weiter, erst Entwickler, dann Wasser und dann Fixierbad. Anschließend min. 10 min unter den Wasserhahn damit, das war die Schlusswässerung bei fließenden Wasser - wenn die zu kurz war, ließ die Langzeithaltbarkeit zu wünschen übrig. Entscheidend war die Entwicklung, da musste man die Zeit einhalten. Je nach Entwickler waren das so 3 min bis 25 min, meist mit einmal kippen der Dose pro Minute. Für die Temperatur gab es ein Korrekturfaktor, aber das war nicht so problematisch wie bei Farbe. Den Film hat man dann aus der Spule genommen, die man dazu in zwei Teile zerlegen konnte, und mit einer Zange mit Gummilippen trocken gewischt und anschließend an Wäscheklammern oder speziellen Klammern zum Trocknen aufgehängt. Besser war, vorher mit einer Zentrifuge die Tropfen zu beseitigen, die Zange konnte Kratzer verursachen. Das ganze ging so in einer halben bis einer Stunde vonstatten.
Dann kamen die Papierbilder. Dazu hatte man drei Schalen mit Entwickler, Wasser und schließlich Fixierer. Im Entwickler ließ man die Bilder so lange, bis man etwas sehen konnte, dann 1 min wässern und dann fixieren, nicht zu kurz, die Zeit war aber unproblematisch. Dann gab man das Bild zum Schlußwässern ins Spülbecken, anschließend konnte man die Bilder im Badezimmer an die Fliesen haften und mit einen Gummiabstreifer trocken wischen und schließlich zum trocknen irgendwohin legen.
Man musste auch den richtigen Kontrast wählen, sonst war das Bild zu flau oder es gab zu wenig Graustufen. Dazu gab es verschiedene Papiere, man hatte meistens Gradation 2, 3 und 4 vorrätig. Ab den späten 70er Jahren gab es auch Gradationswandel-Papiere, z. B. Ilford Multigrade, da konnte man mit einen Filtersatz die Gradation auswählen. Den Filter legte man in den Vergrößerer. Außerdem musste man die richtige Belichtungszeit wählen, das konnte man aber auch mit Ausprobieren hinbekommen.
Wenn alles aufgebaut war, konnte man eben mal ein paar Bilder produzieren, sonst musste man mindestens drei Stunden am Stück Zeit haben, da Saucen in den Schalen kippen und zurück etc. schon ganz schön zeitintensiv war.
In Farbe war alles komplizierter, man musste die Temperaturen genau einhalten, die auch meistens bei 38° C lagen. Dazu gab es Wärmebäder und im Wasserbad laufende Trommeln, in die das Papier hineingelegt wurde. Die Filme wurden auch so entwickelt. Aber Filme selber entwickeln war genauso teuer wie abgeben, weswegen es kaum lohnte. Und beim Papier musste man noch filtern, dazu gab es Vergrößerer mit Farbmischkopf, mit denen man das Licht in den drei Grundfarben einfärben konnte. Das ging mit ausprobieren oder einen Color-Analyser, einen Messgerät für die Farbe, ähnlich einen Belichtungsmesser.