@ monofreak:
Ich gebe dir Recht, dass die Lesbarkeit meiner Texte durch die wenigen Absätze erschwert wird. Wenn dich das davon abhält, dir meine Beiträge „reinzuziehen“, ist das sehr schade, aber ich kann irgendwie nicht anders. Es widerstrebt mir einfach, den gedanklichen Aufbau eines Postings durch regelmäßige Lücken zu unterbrechen. Da hab ich eben eine penetrant perfektionistische Veranlagung, bin nun mal Sternzeichen Jungfrau ...
@ DeeTee:
1. Vielen Dank für dein Kompliment bezüglich meiner Beiträge. Es freut mich, dass du sie liest, obwohl du nicht immer meine Ansichten teilst. Ich weiß auch, dass meine Texte durch ihre Länge und der oftmals sehr deutlichen Wortwahl manchmal den Eindruck erwecken, dass ich den Leuten meine Meinung aufdrücken wollte. Dennoch mache ich mir auch über die Standpunkte anderer Gedanken und muss gelegentlich meine Überzeugungen revidieren ... z. B. beim nächsten Punkt:
2. „Ich bin jedoch der Ansicht, dass der Moderator einer solchen Show, die entweder an Liebhaber und Sentimentale der 80er gerichtet oder aber informativ-unterhaltend sein soll, von der Sache Ahnung haben MUSS - und wenn die Ahnung nur mittelmäßig ist, dann wäre mindestens die "Liebhaberei" gefordert.“ - Da habe ich nochma drüber nachgedacht und komme zu dem Schluss, dass ich dir doch zustimmen muss. Denn ein Moderator, der keine Ahnung und deshalb zu dem Thema nix zu sagen hat oder sich mit seinen Bemerkungen lächerlich macht, zieht das Niveau einer Show zwangsläufig nach unten ... Ideal wäre jemand, der selber einen authentischen Bezug zu den 80ern hat, für sie eine gewisse Begeisterung hegt, aber dennoch auch kritisch die weniger schönen Seiten auf’s Korn nimmt. Deswegen schrieb ich auch, dass der gute Hape Kerkeling gar keine so schlechte Wahl gewesen wäre ...
3. „IMHO ist das Show-Konzept von jung-dynamischen Schlipsträgern aus der Werbe- und Finanzwelt gestrickt worden ... und die sind ja anerkannte Fachleute für alles heute! Und genauso ist die Show auch!“ - Bingo! Besser hätte man es nicht formulieren können! Die Sache an sich ist solchen Berufs-Fatzkes völlig wurscht - wichtig ist einzig allein die Außendarstellung („Don’t Believe The Hype“, sach ich nur!) und der damit verbundene Reibach ...
@ hoodle:
Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir uns noch jahrelang über die Qualität der Sendung streiten könnten, ohne zu einem Ende zu gelangen. Du findest die Show eben gut oder zumindest okay, ich eher mies - das müssen wir dann mal so hinnehmen. Wie sagte dieser Knacki aus dem John Carpenter-Film „Assault - Anschlag bei Nacht“ am Ende so schön: „Es lohnt nicht, mit Optimisten zu streiten ...“
Auf ein paar Punkte gehe ich aber trotzdem noch mal ein:
1. „Die könnten 1.000 Lieder anspielen, und trotzdem würde einer motzen, dass das Lied xy vergessen wurde. Somit ist dieser Kritikpunkt von vorneherein hinfällig.“ - Das will ich nicht ganz von der Hand weisen. Aber eigentlich ging es in unserer Kritik doch mehr um das Konzept und den Moderator. Natürlich kann man immer nur ein unvollständiges Bild der damaligen Musik zeichnen, aber du willst doch nicht ernsthaft behaupten, dass die Einspieler lang genug sind. Überleg doch mal, welchen Stellenwert wir allein in diesem Forum der Musik geben: Die 80er-Pop-Abteilung ist das am meisten frequentierte Board hier. Und wenn man von „den 80ern“ spricht, meint man in aller Regel eben auch zu einem großen Teil die Musik dieses Jahrzehnts. Und wenn man ein breites Publikum ansprechen möchte, sollte man sowieso nur die wirklich bekannten Hits von damals anklingen lassen und nicht irgendwelche unbekannteren, nur den Experten geläufige Titel. Somit könnte man in einer Viertelstunde - die man sich aber auf jeden Fall reservieren müsste - locker einen ganz gescheiten musikalischen Rückblick präsentieren.
2. „Und den alten Herrn fand ich sogar richtig klasse. Man wusste nicht was zuerst platzt, die Bettflasche oder sein Kopf.“ - Yo! Allerdings lieferte der Kerl leider eine unfreiwillig komische Einlage, weil er das Wärmeflaschenaufblasen selber viel zu ernst nahm (nimmt) und dreinblickte, als würde gleich was unglaublich Ernsthaftes und Wichtiges passieren ...
3. „Aber mal andersrum gefragt, was würdest du gerne sehen?“ - a) Einen deutlich längeren Einspieler zur Musik, s. o. b) Einen deutlich längeren Einspieler zu Film/TV, denn da gab es weiß Gott mehr als „Wetten, dass ...“. Außerdem: War die Geschichte mit der Wette von Karlheinz Böhm nicht auch 1981 (kann mich da aber auch irren)? Das war nämlich wesentlich bedeutender und fehlte völlig. Und auf diese Weise geht die emotionale und sentimentale Komponente völlig unter, weil die Dinge, die einem wirklich unter die Haut gingen (und gehen!), einfach nicht gezeigt werden! c) Einen deutlich längeren Einspieler zum damaligen Zeitgeschehen. Der „Fall Bachmeier“ fing gerade an, einen wieder zu berühren, als die ganze Chose schon wieder vorbei war. Markwink schrieb kürzlich, er sei sich bei der Sendung wie in einem Formel-1-Rennen vorgekommen, weil alles hopplahopp abgehakt wird. Das trifft genau das, was ich meine: Man sieht alte Videos / Szenen / Geschehnisse von damals, und kaum, dass man irgendwie wieder „drin“ ist in dem Gefühl von damals, wird man auch wieder rausgeschmissen ... Fast Food für die Seele würde ich das mal nennen, und mir schmeckt es im Gegensatz zu manchen McMade-Burgern wirklich nicht. Glaub mir: Es ist tatsächlich ein Unterschied, ob der Beitrag zu einem einzelnen Geschehen 30 Sekunden oder 3 Minuten lang ist. Drei Minuten sind zwar auch nicht die Welt, hinterlassen aber einen wesentlich prägnanteren Eindruck ...
4. „Jede, aber wirklich jede Sendung (und geht sie auch nur ne halbe Stunde) wird mindestens doppelt so oft und doppelt so lang unterbrochen. Von dicker Kohle kann somit keine Rede sein.“ - Vielleicht nicht mit dieser Sendung selber. Aber RTL hat sicher Kohle genug, um ein richtig geiles Show-Konzept zu finanzieren. Und wie ich schon mal sagte: Das Image, das man sich mit erstklassigen Formaten erwirbt, ist langfristig gesehen sehr lukrativ ...
5. „Und du zehrst auch aus dieser 80er-Show deine Wochenration 80er-Feeling, gib es doch zu.“ - Da muss ich dir genauso wie DeeTee widersprechen. Meinen Bedarf an „80er-Feeling“ decke ich mit den Mengen an CDs, die sich mittlerweile in meinen Regalen stapeln ... Ich schau mir die Sendung an, weil ja, wie auch schon erwähnt, nicht alles schlecht ist und man vielleicht wieder an Dinge erinnert wird , die man schon längst wieder vergessen hat - auch wenn man hinterher flucht, dass man davon gerne viel mehr gesehen hätte ... Naja, inkonsequent isses aber trotzdem!!!
P.S.: J.B.'s Idee mit der Diskussionsrunde à la Hauser/Kienzle gefällt mir irgendwie ...
Und anschließend eine Sendung auf'm ZDF: "Was nun, QBert?"
