[QUOTE=Lutz;302724]
1949 78,5
1953 86,0
1957 87,8
1961 87,7
1965 86,8
1969 86,7
1972 91,1
1976 90,7
1980 88,6
1983 89,1
1987 84,3
1990 77,8
1994 79,0
1998 82,2
2002 79,1
2005 77,7
2009 70,8
Ich möchte wirklich niemandem hier zu nahe treten - aber IMO ist es eine Form von Dummheit nicht zu wählen. Wie gesagt - der Bezirksabgeordnete, mit dem ich regelmäßig schnacke, steckt mir u.a., dass kaum jemand in den Parteien mit "seinen" Leuten intern voll konform geht. Auch der Wähler muss halt (wie gesagt) einen Kompromiss finden, der schmerzlich sein kann...[/QUOTE]
Was genau ändert denn eine hohe Wahlbeteiligung *wirklich*, wenn keine Wechselstimmung vorherrscht? 1998 herrschte eine Wechselstimmung vor, prompt stieg die Wahlebeteiligung wieder über 80%. 2013 werden wir wohl wieder keine Wechselstimmung haben. Ob da nun 35tausend oder 35 Millionen Menschen wählen gehen, die Wahl wird ungefähr gleich ausgehen. Und wieso darf sich dann hinterher keiner beschweren, obwohl es auf das Ergebnis praktisch(!) keinen Einfluß mehr hat ob man persönlich wählen gegangen ist oder nicht? Dazu kommt, dass die allermeisten Wahlprogramme ohnehin nicht mehr der Real-Politik in der Regierungszeit entsprechen und Wähler wie Nicht-Wähler besch..... werden.
[quote]
Nicht zu wählen und dann in der Astra Stube nach dem 5. Bier (oder auch auf dem Campus! (s.o.)) rumzujammern "man kann ja sowieo nix ändern - die da oben machen sowieo das was sie wollen (...)" ist einfach dämlich - Punkt.[/quote]
Dieser Aussage fehlt es an Argumenten

Solche unbelegten, eher emotionalen Aussagen erlebt man zwar gerade in der Politik heute immer öfter (z. B. in Sachen Nachwuchs, Energiewende oder Asylpolitik), aber die Demokratie verbessern sie deshalb nicht gerade. Die SPD wollte vor der Bundestagswahl 2005 ausdrücklich keine Mehrwertsteuererhöhung, die CDU 2% und in der Großen Koalition wurden es im "Kompromiss" dann 3%! Wähler wie Nichtwähler haben beide nicht bekommen was sie gewählt oder auch nicht gewählt haben. Es spielt also für die Regierungspolitik offenbar gar keine Rolle ob man Wähler oder Nichtwähler ist. Ist es da nicht völlig an den Haaren herbeigezogen von Dummheit und Dämlichkeit zu sprechen, wenn der Akt der vermeintlichen Wahl des Bürgers überhaupt nichts mehr mit dem Ergebnis und der umgesetzten Regierungspolitik zu tun hat? Ist es nicht eher dumm der Sache alle Jahre wieder auf den Leim zu gehen und das Märchen von der sog. Demokratie in Deutschland nicht nur zu glauben, sondern auch noch weiterzuverbreiten?
[quote]So wird die Merkel haushoch gewinnen "ich bedanke mich herzlich für den denkbar klaren Auftrag der Wählerinnen und Wähler (...)" und alles bleibt wie es ist. Ich könnte kotzen.[/quote]
Glaubst Du wirklich, dass Merkel bei einer hohen Wahlbeteiligung verlieren würde? Das ist m. E. eine gründliche Fehleinschätzung. Im Gegenteil: Viele Stammwähler der SPD sind seit 2009 so vornehm sich wenigstens nur der Stimme zu enthalten. Hätte man sie gezwungen oder würde man sie nun zwingen zu wählen, würden sie sicherlich nicht das SPD-Schmierentheater wählen, sondern entweder direkt CDU oder indirekt über die Linke auch CDU (die Grünen haben m. E. schon abgeschöpft was ging und schrumpfen sich durch ihre Gängelungs-Kapriolen nun selbst). Die Wahlbeteiligung wird deshalb keinen Unterschied bei Merkels weiterer Kanzler(innen)schaft machen. Es gehört zu einem der merkwürdigsten Phänomene Deutschlands, dass die große Mehrheit der Menschen links denkt, aber nicht links wählt. Daran würde eine höhere Wahlbeteiligung aber nichts ändern. Die gleichen Gründe für die Nichtwahl, würden sehr wahrscheinlich zu einem nicht linken Wahlsieg führen - und bei dem merkwürdigen Mischmasch den wir "links der Mitte" in Deutschland dann als Mehrparteien- oder Minderheitsregierung hätten, dürfte das vielen auch ein Graus sein.