[QUOTE=Torsten;298742]Da ich mittlerweile diverse Kommentare wie dein zitiertes Fazit vernommen habe, scheint meine Vorahnung nicht so falsch zu sein. "Prometheus", für den ich im Gegensatz zu "Cloud Atlas" immerhin im Kino war, schlägt für mich übrigens in dieselbe Kerbe - was kaum verwundert, wenn mit Damon Lindelof einer der beiden Verantwortlichen des "Lost"-Zinnobers beteiligt war. Den Zuschauern mit philosophischen Appetithäppchen auf Glückskeksniveau Tiefgründigkeit vorzugaukeln, hat ja spätestens seit "Matrix" eine gewisse Konjunktur, kann den inhaltlichen Niedergang des Mainstream-Kinos aber auch nicht verschleiern.[/QUOTE]
"Lost-Zinnober"

Ohne das dämliche, übersinnliche Finale würde ich Lost jetzt verteidigen. Aber so hat Damon Lindelof sich leider selbst ins Knie geschossen und dann ja auch noch "Cowboys vs. Aliens" verbrochen.

Prometheus hat mir allerdings gut gefallen. Das ist für einen SciFi-Streifen allerdings auch gar nicht so schwer, ist man als Fan dieses Genres im Kino doch lange Zeit ziemlich vernachlässigt worden. Wenn es öfters SciFi-Filme der Güte von Prometheus oder auch Avatar im Kino geben würde, wäre ich ganz glücklich mit dem Angebot.
Was die Einschätzung / Kritik von bzw. an Kinofilmen angeht, bin ich mittlerweile allerdings wohl etwas dejustiert. So fand ich den von der Kritik im Vorfeld eher geschmähten und in den Kinos wohl auch ziemlich untergegangenen
Looper intelligenter und unterhaltsamer als den gefeierten Cloud Atlas. Einige Leute scheinen den Film dann auch zu lahm zu finden. Mag sein... Ich bin diesen etwas ruhigen Erzählstil allerdings noch gewohnt und würde das nicht mit fehlender Action oder gar langweiligen Längen verwechseln. Im Grunde ist Looper ja sogar ziemlich brutal, aber eben dabei etwas tiefgründiger als ein x-beliebiger Killer-Film. Letztendlich ist das Thema Zeitreise im Kino auch nicht so besonders häufig und da kann ich schonmal ein Auge zudrücken, wenn man an einigen Stellen den letzten Schliff leider verpasst hat. Immerhin hat man es allerdings im Vergleich zu Cloud Atlas dann aber auch eher mit einem recht gut besetzten B-Movie zu tun (naja, 30 Mio. $ Produktionskosten sind immer noch eine Menge Geld, aber in der heutigen Zeit kein großes Budget mehr). Beiden Filmen ist gemein, dass Sie keine Fortsetzung, kein SpinOff, kein Prequel und kein Remake von irgendwas sind. Im Kinojahr 2012 war das auch schon etwas wert.
So gesehen: Ja, dass Mainstream-Kino wird flacher. Ich sehe das auch als einen der Hauptgründe dafür an, dass manche Filme schon im Vorfeld als bedeutender Meilenstein der Filmgeschichte abgefeiert werden, weil sie neben Stars und Effekten überhaupt eine überlegenswerte Story haben. Es ist nicht unbedingt ihre Güte, es ist ihre Konkurrenzlosigkeit aufgrund der Schwächen der meisten anderen Filme. Resident Evil 26 ist eben die Regel im Kino und da ist es leicht Tiefe und Intelligenz zu zeigen. Dabei habe ich überhaupt kein Problem mit hirnlosem Action-Geballer. Nur gehe ich dafür bei den heutigen Preisen normalerweise nicht mehr ins Kino, sondern bescheide mich mit einer Leih-DVD/BR oder der digitalen Ausgabe aus der Online-Videothek. Fürs Kino möchte ich große Bilder die die große Leinwand brauchen, aber eben auch eine interessante Story für die sie geschaffen wurden.
Insgesamt bin ich mit dem Kino heute aber immer noch deutlich zufriedener als Mitte der 1990er, als Filme wie Air Force One und Independence Day liefen.... obwohl... Casino, Fargo und Forrest Gump stammen auch aus dieser Zeit (Pulp Fiction zählt bei mir nicht(s) ;-). Es war also wohl schon immer mehr eine Frage was man im Kino guckt (Casino ging damals irgendwie an mir vorbei) und es stellt sich manchmal erst rückblickend heraus, welche guten Filme es gab.